Dermatologie: Aktuelle Therapieoptionen bei malignem Melanom, atopischer Dermatitis (Neurodermitis) und Sklerodermie
Author(s) -
Carl J. Hauser
Publication year - 2006
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2006.06063
Subject(s) - medicine , dermatology
Seit Jahren ist man auf der Suche nach einer effizienten Adjuvanstherapie bei malignen Melanomen. Die Wirksamkeit von Interferon alpha in hohen oder intermediär hohen Dosen blieb auch nach mehreren Studien umstritten. Eine 1388 Patienten umfassende randomisierte Studie (EORTC 18952) mit intermediär hohen Dosen von Interferon alpha-2b während 13 oder 25 Monaten bzw. Beobachtung alleine bei Patienten mit einem Primärtumor von 04 mm Dicke ohne Lymphknotenbeteiligung oder solchen mit positiven Lymphknoten zeigte keine signifikante Verbesserung des fernmetastasenfreien Intervalls oder der Überlebensrate [1]. Auch die Resultate mit hohen Interferondosen blieben inkonsistent. Die Untergruppenanalyse einer laufenden Studie mit hohen Interferondosen führte jedoch zu erstaunlichen Resultaten [2]: Etwa ein Viertel der Patienten entwickelte entweder Autoantikörper oder eine klinisch manifeste Autoimmunität. Bei solchen Patienten lag die 80-Monate-Überlebensrate bei etwa 80%, während sie bei Patienten ohne Autoimmunität nur gerade 20% betrug. Es ist somit möglich, dass eine durch Interferon alpha2b induzierte Autoimmunität gegen Melanome schützt. Die Schwierigkeit wird aber darin bestehen, die entsprechenden autoimmunprädisponierten Patienten prospektiv zu identifizieren. Auch der therapeutische Wert der technisch sehr anspruchsvollen Sentinel-Lymphknotenbiopsie blieb, abgesehen von deren unbestrittener prognostischer Aussagekraft, bis zu diesem Jahr unklar. Eine 1269 Patienten umfassende Studie sollte diese Frage beantworten [3]. Melanompatienten mit einer Tumordicke zwischen 1,2 und 3,5 mm ohne klinischen Befall der regionalen Lymphknoten wurden in die Studie eingeschlossen. Bei einem positiven Befund in der Biopsie erfolgte eine sofortige Lymphknotenentfernung, andernfalls beschränkte man sich auf die Exzision des Tumors und entfernte die Lymphknoten erst, wenn eventuell zu einem späteren Zeitpunkt ein Befall konstatiert werden musste. Die Melanomtodesrate unterschied sich in den beiden Gruppen nicht, obwohl das erkrankungsfreie Intervall bei der ersten Gruppe etwas grösser war. Eine Untergruppenanalyse ergab allerdings eine höhere Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Patienten mit einer sofortigen Lymphknotenentfernung, als bei solchen, bei welchen der Eingriff später durchgeführt worden war, was für einen bescheidenen therapeutischen Vorteil der Strategie mittels Sentinel-Lymphknotenbiopsie spricht. Ob dieses positive Resultat ausreicht (nur 15% der Patienten würden davon profitieren), um die Sentinel-Lymphknotenbiopsie mit einer allfällig unmittelbar erfolgenden Lymphknotenentfernung bei allen Melanompatienten mit einer intermediären Tumordicke und ohne klinisch befallene Lymphknoten zu empfehlen, ist damit nicht geklärt.
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