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Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Genf
Author(s) -
J Philippe
Publication year - 2006
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2006.06055
Subject(s) - philosophy
Atherosklerose tötet häufiger als Krebs: Durch Infarkte und zerebrovaskuläre Insulte ist die Atherosklerose für fast 40% der Todesfälle in unseren industrialisierten Ländern verantwortlich. Sie wird in erster Linie durch arterielle Hypertonie, erhöhtes Cholesterin, Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel sowie Tabak verursacht und hat eine Verdickung und einen Elastizitätsverlust der Arterienwände mit Fettablagerungen zur Folge. Dieser degenerative Prozess wird durch entzündliche Reaktionen markiert, die von Abwehrzellen, in erster Linie Makrophagen und T-Lymphozyten, hervorgerufen werden. Diese Zellen versuchen, das Gefäss zu reparieren. Die exzessive Entzündungsreaktion zieht eine Zellproliferation nach sich, was mit der Zeit zu einer Verstopfung der Arterie führt. In den letzten Jahren hat man festgestellt, dass bestimmte cholesterinsenkende Medikamente auch entzündungshemmend wirken; sie haben gleichsam einen beruhigenden Einfluss auf die überaktiven Abwehrzellen. Hierzu müssen sie sich zunächst an die Zelloberfläche der Entzündungszellen binden und diesen den Befehl zur Drosselung ihrer Aktivität geben. Daraus resultiert eine Verminderung der Entzündung und damit auch der Atherosklerose. Überraschenderweise zeigte es sich, dass THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol), Hauptbestandteil von Cannabis, durch Bindung an die CB2Rezeptoren eine antiinflammatorische Wirkung ausübt. Nun hat man festgestellt, dass die Entzündungszellen, die in den atherosklerotischen Plaques zu finden sind, diese CB2-Rezeptoren exprimieren, womit potentiell die Möglichkeit einer entzündungshemmenden Wirkung mit einer entsprechenden Verminderung der Atherogenese gegeben ist. Diese Frage wurde durch die Gruppe von Prof. Dr. med. François Mach an genetisch veränderten Mäusen mit starker Atherosklerose überprüft. Während sich das Ausmass der Atherosklerose bei den unbehandelten Mäusen verdoppelte, nahm es bei den mit THC behandelten Mäusen praktisch nicht zu. Speziell zu erwähnen ist, dass dieser Effekt mit sehr geringen oralen Dosen ohne irgendwelche Wirkung auf das Gehirn erzielt werden konnte. Personen, die Cannabis rauchen, nehmen etwa zehnmal höhere Dosen ein. Insgesamt scheinen diese experimentellen Resultate zu zeigen, dass die Aktivierung der CB2-Rezeptoren einen protektiven Effekt bei der Entstehung der Atherosklerose haben könnte.

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