Urindiagnostik bei Nierenerkrankungen
Author(s) -
Axel Regeniter,
A Scholer,
WH Siede
Publication year - 2006
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2006.05995
Subject(s) - medicine
Die Analyse des Urins gilt als die älteste medizinisch-chemische Untersuchung, die auf wissenschaftlicher Basis bereits seit dem Mittelalter durchgeführt wird. Bekannte und frühzeitige Entwicklungen waren der Nachweis von Eiweiss im Urin durch Johann Florian Heller (1813– 1871) oder auch der von Henry Bense-Jones (1813–1875) 1848 beschriebene, eigenartige im Harn auftretende Eiweisskörper, der beim Erwärmen ausfiel und sich bei Siedetemperatur wieder auflöste. C. A. Trommer (1805–1875), Chemiker und Tierarzt, überdrüssig, den Krankheitszustand seiner Tochter stets anhand des Uringeschmacks zu beurteilen, entwickelte schon 1841 den Zuckernachweis. So nahmen die Urinuntersuchungen lange vor den Blutuntersuchungen einen ausgedehnten Teil in den Lehrbüchern der Inneren Medizin ein [1]. Die übliche Labormethodik bestand bis vor kurzem in der Durchführung des Streifentestes auf Protein, Leukozyten und Erythrozyten als Screeningmethode. Bei positivem Nachweis folgte die Urinmikroskopie für die Beurteilung von Zellen und Zylinder. Weitere Spezialuntersuchungen wie Clearance, Bakteriologie und die quantitative Messung von Elektrolyten und Metaboliten im Urin schlossen sich an. Zu den Untersuchungen mit besonderem apparativem und manuellem Aufwand gehörte in den letzten Jahren auch die molekulargewichtsbezogene Auftrennung und der Nachweis geringster Mengen ausgeschiedener Urinproteine mit Hilfe der GelElektrophorese (SDS-PAGE). Neben der aufwendigen Analytik müssen die auf dem Gel sichtbaren Proteinausscheidungsmuster auch beurteilt werden, weshalb sie ausserhalb nephrologischer Speziallabors recht selten durchgeführt wurde. Im Routinelabor können jedoch heute alternativ zahlreiche Urinproteine quantitativ einfach bestimmt werden. Dies ermöglichte die Entwicklung von technisch ausgereiften Nephelometern in Kombination mit Reagenzien auf der Basis von Quintessenz
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