Die Kluft zwischen «Soll» und «Ist» am Beispiel der medikamentösen Therapie der Herzinsuffizienz
Author(s) -
Peter Rickenbacher,
Werner Estlinbaum
Publication year - 2006
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2006.05938
Subject(s) - medicine
Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass die in den letzten Jahrzehnten erzielten Fortschritte in der Kardiologie oft nicht in die Praxis umgesetzt und Richtlinien nicht befolgt werden: Es scheint eine Kluft zwischen «Soll» und «Ist» zu bestehen. Nach einer kurzen Einfuhrung ins Thema Herzinsuffizienz sollen deshalb im folgenden am Beispiel der medikamentosen Therapie dieser Erkrankung zuerst das «Soll» und das «Ist» analysiert werden. Danach werden Grunde fur allfallige Diskrepanzen sowie Verbesserungsmoglichkeiten diskutiert. Die Herzinsuffizienz ist haufig, invalidisierend, todlich und teuer [1]. In entwickelten Landern leiden 1–2% der erwachsenen Bevolkerung und 6–10% der uber 65jahrigen an dieser Erkrankung. Die Lebensqualitat wird durch eine Herzinsuffizienz starker beeintrachtigt als durch die meisten anderen chronischen internistischen Krankheiten. Die Herzinsuffizienz ist der haufigste Hospitalisationsgrund bei alteren Personen und, nach der arteriellen Hypertonie, der zweithaufigste kardiovaskulare Anlass fur eine Konsultation in der Praxis. Ein weites Spektrum von Arzten in der Praxis und im Spital ist entsprechend in die Betreuung dieser Patienten involviert. Die Prognose ist ungunstig, 30–40% der Patienten sterben innerhalb eines Jahres, und 60–70% innert funf Jahren nach der Diagnosestellung. Die Kosten fur die Behandlung der Herzinsuffizienz, die vor allem durch Hospitalisationen verursacht werden, verschlingen etwa 2% des gesamten Gesundheitsbudgets in der westlichen Welt. Basierend auf einem vertieften Verstandnis der komplexen Pathophysiologie der Herzinsuffizienz sind in den letzten 20 Jahren enorme Fortschritte in der Behandlung erzielt worden. Grundlage ist die medikamentose Therapie mit Quintessenz
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