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Notfalldienst durch Grundversorger. Wie lange noch und durch wen?
Author(s) -
HP Kohler
Publication year - 2006
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2006.05898
Subject(s) - philosophy , political science
eigentlich gelöst! Übernehmen wir doch einfach dieses «englische Modell»! Eine andere neue Berufsbezeichnung ist der «Emergency Care Practitioner» (ECP). Aufgepasst! Der Name hat nichts mit einem «Praktiker» zu tun! Vielmehr ist damit eine paramedizinische Berufsgruppe gemeint, welche in Notfallsituationen Hausbesuche mit dem Motorrad oder Auto durchführt! Diese Neuerung wurde in den englischen Medien als weitere Verbesserung der NHS-Grundversorgung angepriesen! Und wo bleiben die Hausärzte? Wieso sehen sie diesen Entwicklungen tatenlos zu und schaffen sich dadurch quasi selber ab? Wieso brauchen wir überhaupt noch ein teures Medizinstudium an der Universität? Es geht ja effektiv billiger! Australien hat die gleichen Probleme und ebenfalls bereits Lösungen gefunden! Man scheint auch ohne klassische universitäre Ausbildung auszukommen! Die australische Regierung plant die Einführung eines neuen Curriculums, das «Grundversorger» generieren will, welche eine Mischung aus Pflegefachleuten und Ärzten darstellen sollen und «Doctor-Nurse Hybrid» genannt werden! Ihre Ausbildung gleicht einer medizinischen Schnellbleiche! Die Befürworter sagen, dass es keine Akademiker in der Grundversorgung brauche, sondern «medizinische Handwerker», die sich auch mal die Hände schmutzig machen. Zitat: «You don’t need to be a scientist to do a lot of primary healthcare. What we need is someone more like a mechanic, who can go in there and get his hands dirty.» Gehen uns diese Entwicklungen im Ausland überhaupt etwas an? Werden Notfallpatienten in der Schweiz zukünftig auch von einem «Emergency Care Practitioner» betreut? Kann eine unkomplizierte Lungenembolie nicht auch von einem «Nurse-Consultant» oder noch besser von einem «Doctor-Nurse Hybrid» mit zweijähriger Berufsausbildung behandelt werden? Momentan findet in der Schweiz eine rasante Akademisierung praktisch aller Medizinalberufe statt. Die Berufsund Fachmatur ist ein «Renner», die gymnasiale Matur wird verdrängt. Jeder Beruf erhält möglichst seine eigene Fachhochschule, natürlich «Bologna-konform». Dazu kommt, dass die Berufsausbildung unbedingt «tertiär» erfolgen soll. Die Übergänge zwischen höheren Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten werden unverständlicherweise immer verwaschener. Kein Problem! Auch die «Doctor-Nurse Hybrid»-Ausbildung könnte sicherlich als tertiär eingestuft und nach zwei Jahren abgeschlossen werden. E D I T O R I A L Schweiz Med Forum 2006;6:597–598 597

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