Ursachen und medikamentöse Therapie von Vorhofflimmern und Vorhofflattern
Author(s) -
Antje Schönfelder,
Paul A. Rupp,
Tosca L. Zern
Publication year - 2006
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2006.05785
Subject(s) - medicine
Das Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Etwa ein Drittel aller Krankenhauseinweisungen wegen Rhythmusstörungen sind auf Vorhofflimmern zurückzuführen. Das Vorhofflimmern ist eine supraventrikuläre Tachyarrhythmie mit unkoordinierter atrialer Erregung und daraus resultierender mechanischer Dysfunktion beider Vorhöfe. Im EKG sind die P-Wellen durch Flimmerwellen ersetzt, die in Frequenz, Amplitude und Morphologie stark variieren können. Die Vorhoffrequenz liegt >350/min, die Ventrikelfrequenz meist zwischen 60 und 130/min (Abb. 1 x). Ein direkter Bezug zum QRS-Komplex besteht nicht mehr, die RR-Intervalle zeigen meist ein arrhythmisches Bild, die «absolute Arrhythmie» ist pathognomonisch für ein Vorhofflimmern. Bei sehr niedrigen oder sehr hohen Kammerfrequenzen können die RR-Intervalle im Ausnahmefall als pseudoregulär imponieren [1]. Das Vorhofflimmern ist ein wesentlicher und unabhängiger Risikofaktor arterieller Thromboembolien [2]. Gefürchtet sind diese besonders, weil sie zu 90% im Gehirn stattfinden. Davon werden bis zu 80% klinisch vorerst gar nicht erfasst. Ziel jeder Behandlung des Vorhofflimmerns ist daher neben der Beeinflussung der Herzfunktion die Verhinderung solcher Ereignisse [4]. In Tabelle 1 p ist die Einteilung des Vorhofflimmerns dargestellt. Bei Patienten unter 60 Jahren ohne klinische oder echokardiographische Hinweise für eine strukturelle Herzkrankheit spricht man von der lone atrial fibrillation. Weitere Formen des Vorhofflimmerns sind die valvular bzw. non-valvular atrial fibrillation, das Vorhofflimmern mit oder ohne begleitende rheumatische Herzklappenerkrankung, der Status nach Klappenersatz sowie das sogenannte «fokale Vorhofflimmern», das durch häufige, kurzanhaltende Episoden eines Vorhofflimmerns aufgrund von Triggerarrhythmien charakterisiert ist, die in der Regel in den Pulmonalvenen des linken Vorhofs ausgelöst werden. C U R R I C U L U M Schweiz Med Forum 2006;6:145–153 145
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