Befund einer lateralen Halszyste: nicht immer eine Banalität
Author(s) -
Ivana Montali,
S Ermanni,
Ennio Pedrinis,
S. Martinoli
Publication year - 2005
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2005.05559
Subject(s) - medicine
Ein 32jähriger Patient bemerkte eine schmerzlose, rasch auftretende Schwellung im Bereich des Halses. Sonst war der Patient gesund, er berichtete über keinerlei Infekte im HNO-Bereich und zeigte keine Allgemeinsymptome wie Gewichtsverlust, nächtliche Schweissausbrüche oder Fieber. Klinisch zeigte sich eine prallelastische Schwellung im Bereich des M. sternocleidomastoideus rechts, nicht verschieblich und mit regelmässiger Oberfläche. Keine vergrösserten Lymphknoten. Laborchemisch TSH, fT3 und fT4 im Normbereich. Die serologischen Untersuchungen für HIV, Adenovirus, CMV, Bartonella waren nicht pathologisch. Die radiologische Abklärung, die mittels CT durchgeführt wurde, zeigte eine zystische Läsion latero-zervikal rechts mit unregelmässigen Rändern, gekammert, mit einem Durchmesser von etwa 3 x 4 x 6 cm (Abb. 1 x) und einem leicht vergrösserten Lymphknoten submental. Die Schilddrüse imponierte in ihrer Grösse und Morphologie nicht pathologisch; mediastinal grenzwertig vergrösserte Lymphknoten. Die anschliessend durchgeführte Feinnadelpunktion der Zyste ergab keine malignen Zellen, insbesondere konnte ein Lymphom ausgeschlossen werden, und es zeigte sich kein bakteriologisches Wachstum. Bei Verdacht auf eine laterale Halszyste wurde von den Kollegen der HNO die Indikation zur chirurgischen Resektion gestellt. Zwei Monate später erfolgte die Zystenexzision mit Lymphknotenexstirpation submental. Die Histologie ergab die Diagnose einer Metastase eines papillären Schilddrüsenkarzinoms. Die Immunhistochemie war positiv für Thyreoglobulin und TTF1. Die zwei separat eingesandten submentalen Lymphknoten zeigten kein malignes Gewebe. Um die übrigen zervikalen Lymphknoten zu beurteilen, wurde eine Sonographie des Halses durchgeführt, die hinter dem rechten M. sternocleidomastoideus mehrere pathologische Lymphknoten bis zu einem Durchmesser von 2,9 cm zeigte, links keine Lymphadenopathie. Die Schilddrüse stellte sich auch echographisch normal dar. Aufgrund dieses Befundes wurde die Indikation zur totalen Thyreoidektomie und zervikalen Lymphadenektomie rechts gestellt, die wiederum nach 2 Monaten durchgeführt wurde. In der Histologie der Schilddrüse zeigte sich ein multifokales, papilläres Schilddrüsenkarzinom mit einem Durchmesser der einzelnen Herde von maximal 4 mm und eine Infiltration des periglandulären Fettgewebes (Abb. 2 x), sowie Metastasen in 2 Lymphknoten des Isthmusbereiches und in einem von 4 Lymphknoten des lateralen Halsbereiches: Stadium mpT3, pN1. Befund einer lateralen Halszyste: nicht immer eine Banalität
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