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Anaphylaktische Reaktion demaskiert koronare Herzkrankheit
Author(s) -
C Huber,
S Hottinger,
A Reimers,
U Müller
Publication year - 2005
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2005.05504
Subject(s) - medicine
Ein 67jähriger Mann wurde von seiner Ehefrau in unsere Notfallstation gebracht, da bei ihm plötzlich Juckreiz an Oberkörper und Armen, retrosternales Druckgefühl und Sehstörungen aufgetreten waren. Etwa 2 h vor Beginn der Beschwerden hatte der Patient gefrühstückt und wegen Rückenschmerzen 1 Tablette Diclofenac (Voltaren 50 mg) sowie 2 Tbl. Spedralgin (Paracetamol, Phenazon, Propyphenazon, Coffein) eingenommen. Beim Aussteigen aus dem Auto vor unserer Notfallstation kollabierte er und verlor vorübergehend das Bewusstsein. Auf der Intensivstation lag der Blutdruck initial bei 112/74 mm Hg (später um 150/80 mm Hg), die Pulsfrequenz bei 62/min und die Sauerstoffsättigung bei 92%. Es fand sich ein urtikarielles Exanthem am Oberkörper, Herzund Lungenauskultation waren unauffällig. Nach Gabe von Sauerstoff, Volumensubstitution sowie intravenöser Verabreichung von Antihistaminika und Kortikosteroiden war die Symptomatik rasch regredient. Das EKG bei Eintritt zeigte diskrete ST-Senkungen inferior und lateral sowie negative T-Wellen in aVL, dasjenige am Folgetag persistierende Negativierung der T-Wellen in aVL, während die ST-Senkung inferior und lateral verschwunden war (Abb. 1 x). Wegen erneutem Auftreten von retrosternalen Schmerzen wurde bei Verdacht auf ein akutes koronares Syndrom eine Therapie mit Clopidogrel und Nadroparin (Fraxiforte) eingeleitet. Die Herzenzyme (CK, CK-MB, SGOT, Troponin) blieben indessen wiederholt im Normbereich, das Routinelabor bei Eintritt war unauffällig, die Serumtryptase lag während der akuten Reaktion bei 9,8 μg/l (Norm 1–11,4 mg/l). In der persönlichen Anamnese gab der Patient einen Status nach Tonsillektomie und Appendektomie im Jugendalter sowie eine Meniskusoperation und eine TUR-P vor mehreren Jahren an. Die chronische rezidivierende Lumbalgie bei Diskopathie bestand bereits seit Jahrzehnten, kardiovaskuläre Risikofaktoren waren nicht bekannt, kardiale Beschwerden bis anhin noch nie aufgetreten. Aufgrund der wiederholten retrosternalen Schmerzen und der EKG-Veränderungen wurde eine Koronarangiographie durchgeführt. Diese zeigte eine koronare 1-Gefässerkrankung mit insgesamt drei hochgradigen Stenosen des Ramus interventricularis anterior sowie des ersten Diagonalastes, welche erfolgreich mittels PTCA und Stent versorgt wurden (Abb. 2 x). Als kardiovaskuläre Risikofaktoren fanden sich aktuell eine arterielle Hypertonie um 150/80 mm Hg und eine Dyslipidämie mit einem Gesamt-/ HDL-Cholesterin-Quotienten von 5,6 (Norm <5). Der Patient konnte nach 5tägiger Hospitalisation unter der medikamentösen Therapie mit einem Betablocker, einem ACE-Hemmer, einem Statin und bei Verdacht auf NSAID-Intoleranz mit Anaphylaktische Reaktion demaskiert koronare Herzkrankheit

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