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Krampfanfall nach Diphtherie-Tetanus-Impfung
Author(s) -
Johannes Trachsler,
U Münch,
Rolf Schweizer,
Julie M. Buser
Publication year - 2005
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2005.05478
Subject(s) - tetanus , medicine , virology , vaccination
Ein 19jähriger Mann wurde auf die Notfallstation gebracht, weil er seit einer Woche Kopfschmerzen mit einmaligem Erbrechen beklagte sowie am Eintrittstag ein Zittern und Verwirrungszustand aufgefallen war. 10 Tage davor (3 Tage vor Auftreten der Kopfschmerzen) war eine Diphtherie-Tetanus-Toxoid-Auffrischimpfung durchgeführt worden (DiTeAnatoxal® Erwachsene). Kurz nach Eintritt trat ein generalisierter tonisch-klonischer Krampfanfall auf, der von einer prolongierten, postiktalen Bewusstseinsminderung gefolgt war. Fokale neurologische Auffälligkeiten konnten keine festgestellt werden, im übrigen Status fiel lediglich eine Sinustachykardie von 125/min sowie eine etwas erhöhte Temperatur von 37,4 °C auf. Eine kraniale Computertomographie zeigte einen unauffälligen Befund. Die Resultate der anschliessend durchgeführten Lumbalpunktion sowie der pathologischen Befunde im Serum sind in Tabelle 1 p dargestellt. Bei Verdacht auf eine infektiöse Enzephalitis mit konsekutivem Krampfanfall wurde eine Therapie mit Aciclovir sowie Cetriaxon i.v. eingeleitet. auf. Bei subfebrilen Temperaturen mit Kopfschmerzen erlitt der Patient erneut einen generalisierten Krampfanfall, wobei die Liquoruntersuchung eine mononukleäre Pleozytose (46/ml) bei normaler Proteinkonzentration ergab. Im Elektroenzephalogramm zeigte sich eine unspezifische Störung temporal links, die sich im Verlauf zurückbildete, das erneute Schädel-CT war wiederum bland. Abklärungen hinsichtlich eines viralen Infektes bzw. einer Borreliose ergaben negative Ergebnisse. Als vermutlicher Auslöser des Krampfanfalles wurde bei regelmässigen Kopfschmerzepisoden eine Migräne angenommen. Die Überprüfung des Impfbüchleins des Patienten zeigte einen zeitlichen Zusammenhang der Episoden mit Diphtherie-Tetanus-Impfungen: Diese wurden im 3., 4. und 5. Lebensmonat durchgeführt sowie mit 2 Jahren; dann mit 5 Jahren (8 Tage vor dem ersten Krampfanfall; gleichzeitige Sabin-Schluckimpfung mit attenuierten Polioviren), mit 12 Jahren (9 Tage vor dem zweiten Krampfanfall; gleichzeitige Verabreichung einer Sabin-Schluckimpfung) sowie mit 19 Jahren, 8 Tage vor der aktuellen Hospitalisation (ohne zusätzlichen Impfstoff). Aufgrund dieser Vorgeschichte wurde die Diagnose einer Enzephalitis mit Krampfanfall nach aktiver Immunisierung mit dem Diphtherie-Tetanus-Toxoid gestellt. Die antivirale und antibiotische Therapie wurde gestoppt, und der Patient konnte am dritten Tag in beschwerdefreiem und neurologisch unauffälligem Zustand nach Hause entlassen werden. Die PCR für Herpes simplex Typ I und II sowie VZV blieb im weiteren negativ. Die vermutete Impfstoffnebenwirkung wurde dem regionalen Pharmakovigilance-Zentrum mitgeteilt. Dieses beurteilte den Zusammenhang zwischen der Diphtherie-Tetanus-Auffrischimpfung und den Krampfanfällen aufgrund der konstanten zeitlichen Assoziation, einer fehlenden alternativen Ursache sowie dem mehrfach positiven Rechallenge als gesichert und leitete die Meldung dem nationalen PharmakovigilanceZentrum weiter.

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