Intoxikation mit GBL («liquid ecstasy»)
Author(s) -
AJ Templeton,
HJ Vonesch
Publication year - 2005
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2005.05447
Subject(s) - ecstasy , psychology , medicine , psychiatry
Kürzlich wurde uns mit der Ambulanz ein 17jähriger Mann zugewiesen, welcher nach Konsum einer zunächst unbekannten Flüssigkeit bewusstlos geworden war. Bei Eintritt fand sich ein bewusstloser Patient mit «Glasgow coma scale» (GCS) 7 (Augenöffnung auf Schmerz, ungezielte Abwehr, keine verbale Reaktion), Puls 54 pro Minute, regelmässig, Blutdruck 123/79 mm Hg, kardiopulmonal kompensiert, afebril und eupnoeisch. Der übrige internistische Status war unauffällig, neurologisch fanden sich symmetrische Muskeleigenreflexe, mydriatische Pupillen mit normaler Lichtreaktion, kein Meningismus. Im Routine-Labor befanden sich bis auf eine leicht erhöhte Leukozytenzahl von 10,3 x 109/l (Norm 4,0–10,09/l) alle Werte im Normbereich. Im Ruhe-EKG fand sich ein bradykarder Sinusrhythmus, QRS-Achse 95°, unauffällige Deund Repolarisation. Von einem zwischenzeitlich eingetroffenen Kollegen des Patienten war zu erfahren, dass der Patient – erstmalig – «GBL» eingenommen hätte, bevor er nach kurzem wilden Tanzen Minuten später bewusstlos kollabiert sei. Die Einnahme anderer Drogen und von Alkohol wurde glaubhaft verneint. Auf der Intensivstation öffnete der Patient intermittierend «wie erschrocken» die Augen ohne Äusserung von Lauten. Er erwachte nach 2 Stunden plötzlich, war sofort voll orientiert und subjektiv beschwerdefrei; lediglich für das Ereignis bestand eine vollständige Amnesie. An die GBLEinnahme konnte er sich später erinnern.
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