Anästhesiologie: Objektive Messung der Anästhesietiefe: Schon bald ein Standard?
Author(s) -
TW Schnider,
HJ Gerig
Publication year - 2005
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2005.05424
Subject(s) - psychology
Patienten, welche eine Allgemeinanästhesie benötigen, haben oft Angst, dass sie nicht mehr erwachen oder während der Operation plötzlich wach werden. Die Wahrscheinlichkeit, nicht mehr zu erwachen, ist heutzutage sehr klein – und bei richtiger Dosierung erwachen die Patienten im allgemeinen innerhalb von wenigen Minuten nach der Operation. In bezug auf die Bedenken nach der Anästhesie nicht mehr zu erwachen, können wir unsere Patienten also beruhigen. Etwas anders sieht es aus in bezug auf das plötzliche Wachwerden während der Operation. Die Wahrscheinlichkeit einer intraoperativen Wachheit (Awareness) wurde in den letzten Jahren in verschiedenen grossen Untersuchungen ermittelt. Sandin et al. [1] untersuchten in Schweden mit strukturierten Interviews 11785 Patienten nach Allgemeinanästhesien. Sie führten diese Interviews dreimal durch: vor der Verlegung vom Aufwachraum auf die Abteilung, 1 bis 3 Tage und 7 bis 14 Tage nach der Operation. In 0,18% der Anästhesien, das heisst in 1–2 von 1000 Patienten wurde eine Awareness festgestellt. In einer amerikanischen Untersuchung [2], welche 19576 Patienten einschloss, wurden 25 Fälle von Awareness festgestellt (0,13%). In gewissen Situationen und in speziellen Patientengruppen, z.B. bei hypovolämen Traumapatienten, bei Kindern oder während einer Sectio caesarea ist das Risiko einer Awareness jedoch deutlich grösser.
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