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Pharmakogenetik in der Anästhesie
Author(s) -
T Girard
Publication year - 2004
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2004.05371
Subject(s) - medicine
Unterschiede in der Medikamentenwirkung zwischen verschiedenen Personen ist ein bekanntes Problem in der klinischen Medizin und kann sowohl zu Therapieversagen, als auch zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen führen [1]. In der Tat gehören unerwünschte Medikamentenwirkungen zu den häufigsten Todesursachen in den Industrienationen [2]. Die Variabilität einer Medikamentenwirkung kann viele Ursachen haben: Medikamenteninteraktionen, Alter, Ernährungszustand, Leberoder Nierenfunktionsstörungen, Alkoholgenuss oder Zigarettenkonsum. Zusätzlich zu diesen nicht genetischen Faktoren wird der genetische Einfluss auf die Variabilität von Medikamentenwirkungen auf 20–95% geschätzt [2]. Varianten im genetischen Code können Einfluss haben auf Transporterproteine, metabolisierende Enzyme und Rezeptoren von Pharmaka, wie auch auf Ionenkanäle oder anschliessend an Rezeptorinteraktionen ausgelöste Signalwege. Diese Problematik gilt für jede klinische Spezialität, die Anästhesie hat aber insofern eine Sonderstellung inne, dass hier potente kurzwirksame Medikamente intravenös appliziert werden, während verschiedenste physiologische Parameter wie Herzfrequenz, Blutdruck, EKG, CO2-Produktion, O2-Verbrauch, arterielle Sauerstoffsättiung kontinuierlich überwacht sind. Erst kürzlich wurde der Operationssaal als «ideal human physiology and pharmacology laboratory» bezeichnet [3]. Die ersten in der Medizin beschriebenen pharmakogenetischen Krankheitsbilder wurden durch Anästhetika ausgelöst. So liegt der «postoperativen Apnoe» ein Enzymdefekt im Abbau von Succinylcholin mit einer daraus resultierenden Verlängerung der Relaxantienwirkung zugrunde. Ein weiteres Beispiel ist die maligne Hyperthermie. Aufgrund eines veränderten Rezeptors (Ryanodinrezeptor) kommt es zu einem dramatischen Anstieg der myoplasmatischen Kalziumkonzentration. Polymorphismen im Cytochrom P450, in Opioidrezeptoren, Beta-Adrenorezeptoren oder Angiotensin-Converting-Enzyme tangieren ebenfalls die anästhesiologische Praxis. Unsere Forschung in der «Perioperative Patient Safety Group» des Departements Anästhesie konzentriert sich auf die beiden erstgenannten Krankheitsbilder. Unser Ziel ist es, die perioperativen Patientensicherheit weiter zu erhöhen und in Zukunft einen Teil der unerwünschten patientenspezifischen Medikamentennebenwirkungen prospektiv zu verhindern. Postoperative Apnoe

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