z-logo
open-access-imgOpen Access
Gemella haemolysans und Prothesenendokarditis
Author(s) -
S Leuenberger,
RJ Piso
Publication year - 2004
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2004.05341
Subject(s) - medicine
Ein 60jähriger Mann wurde wegen Schüttelfrost und Fieber bis 39,0 °C zugewiesen. Ein Jahr zuvor war es zu einer sekundären Mitralklappenendokarditis nach bakteriämischer Staphylokokkenpneumonie gekommen. Trotz adäquater antibiotischer Therapie musste damals aufgrund einer akuten Linksherzdekompensation eine mechanische Mitralklappe SJM implantiert werden. Der weitere postoperative Verlauf gestaltete sich problemlos, der Patient konnte wieder in den Arbeitsprozess integriert werden. Die aktuelle körperliche Untersuchung konnte eine obere Atemwegsinfektion, Pneumonie, Meningitis und akute Gastroenteritis ausschliessen. Abgesehen vom akzentuierten Ton der Metallklappe war die Herzauskultation unauffällig. Osler-Knoten, Splinter-Hämorrhagien, RoseSpots und Janaway-Läsionen waren nicht vorhanden. Laboranalytisch fiel ein CRP von 97 mg/l, eine Leukozytose von 12,1 G/l ohne Linksverschiebung, eine Thrombozytose von 413 G/l und eine normochrome, normozytäre Anämie mit einem Hämoglobinwert von 87 g/l auf. Aufgrund des Status nach Endokarditis und prothetischer Mitralklappe wurde eine transösophageale Echokardiographie durchgeführt, welche die Mitralklappenprothese in gutem Sitz mit zwei flottierenden Vegetationen von 5 mm Grösse im Bereich des Mitralanulus zeigte. In allen Blutkulturen zeigte sich ausnahmslos ein Wachstum von grampositiven Kokken in Ketten sowie schwach gefärbten, fraglich gramnegativen Diplokokken. Die primäre Identifizierung lautete Gemella spp. Die minimale Hemmkonzentration (MHK) für Penicillin G betrug 0,014 mg/l. Nach Erhalt dieser Resultate 5 Tage später wurde die primäre Therapie mit Gentamycin 3 x 80 mg und Penicillin G 6 x 4 Mio. IE modifiziert auf eine Monotherapie mit Penicillin G in einer Dosierung von 6 x 3 Mio. IE für insgesamt 4 Wochen. Unter dieser Therapie zeigte sich klinisch und laboranalytisch ein günstiger Verlauf, insbesondere war der Patient hämodynamisch stets kompensiert. Am 26. Therapietag ereignete sich ein generalisierter tonisch-klonischer Krampfanfall mit einer passageren, linksseitigen Hemisymptomatik. Computertomographisch konnte hierfür kein intrakranielles Korrelat erkannt werden. Unter antiepileptischer Therapie mit Phenytoin bis zum Therapieende blieb der Patient im Verlauf beschwerdefrei. Gemella haemolysans und Prothesenendokarditis

The content you want is available to Zendy users.

Already have an account? Click here to sign in.
Having issues? You can contact us here
Accelerating Research

Address

John Eccles House
Robert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom