Der osteolytische Tumor
Author(s) -
R Thomann,
R. Etter,
TC Stoecklin,
RA Schoenenberger
Publication year - 2004
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2004.05203
Subject(s) - political science
punkt der Hospitalisation seit 14 Monaten in der Schweiz; vorher war sie in Indien (Madras) wohnhaft. Die Familienanamnese war bland, aus der persönlichen Anamnese war eine Malaria 1986 bekannt. Einzige Auffälligkeiten im Eintrittsstatus waren ein 2/6-Systolikum über der Herzspitze und ein Status febrilis von 39,4 °C. Im Labor fanden sich nebst einer Eisenmangelanämie mit 86 g/l (Norm 120–160 g/l) eine Thrombozytose von 424 109/l (Norm 125–400 109/l) und eine Blutsenkungsreaktion von 106 mm/Std. Das Thoraxröntgenbild zeigte keine postspezifischen Veränderungen (unverändert zum Befund bei Einreise in die Schweiz), aber den Verdacht auf vergrösserte Lymphknoten im kardiophrenischen Winkel. Trotz ondulierenden Fiebers waren wiederholte Blutkulturen negativ, ebenso die Urinkultur. Serologien für Hepatitis B und C, HIV, CMV, Coxiella burnetii, Bartonellen, Lues, Brucellen, Histoplasma capsulatum, Toxoplasmose, Malaria und Leishmania sp. fielen negativ aus. Der Mantoux-Test fiel positiv aus mit 21 mm (bei Einreise in die Schweiz war er positiv mit 23 mm), das Sputum auf säurefeste Stäbchen war zweimal negativ. Es fehlten laborchemische Hinweise für eine Autoimmunerkrankung (ANA, c-ANCA, p-ANCA negativ). Die Eiweisselektrophorese mit Immunfixation zeigte eine Erhöhung aller Fraktionen ausser Albumin und keine monoklonalen Banden. Mit der Arbeitshypothese Tumor oder chronischer Infekt (Tuberkulose) wurde zusammen mit den wiederholt negativen Blutkulturen auf eine transösophageale Echokardiographie mit der Frage nach Endokarditis verzichtet. Im Computertomogramm von Thorax, Abdomen und Becken zeigten sich pathologisch vergrösserte Lymphknoten im Leberhilus, zöliakal und retroperitoneal. Der überraschende Hauptbefund waren Osteolysen im Sternum, in mehreren Wirbelkörpern (thorakal und lumbal), im Sakrum, in den Ossa ilii beidseits und im Os ischium rechts (Abb. 1 x). Wie die Computertomographie blieben auch eine Panendoskopie und die gynäkologischen Untersuchungen ohne Hinweis für einen Primärtumor. Weiterhin kamen differentialdiagnostisch in erster Linie ein metastasierendes Malignom, ein chronischer infektiöser Prozess oder eine granulomatöse Erkrankung (Tuberkulose) in Frage. Zur Diagnosestellung erfolgte die CT-gesteuerte Punktion der gut zugänglichen Osteolysen im Os ilium. Ein Malignom konnte histologisch ausgeschlossen werden. Die käsigen Nekroseherde waren in hohem Masse verdächtig auf eine Knochentuberkulose (Abb. 2 x). Die Polymerase-Chain-ReacAbbildung 1. CT-gesteuerte Punktion der Osteolysen am Beckenkamm rechts. Der Pfeil markiert die Punktionsstelle.
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