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Einmal SARS - das war's? Rückblick und Risiko im Jahr danach.
Author(s) -
H Hirsch
Publication year - 2004
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2004.05169
Subject(s) - political science
Im Zeitalter der Langstreckenflüge, die Personen innerhalb kurzer Zeit von einem Teil des globalen Dorfs in den anderen versetzen, warnen Experten schon lange vor den Risiken einer neuen Grippepandemie. Diese Warnung wurde unter völlig anderen Vorzeichen im März 2003 Realität, als die Weltgesundheitsorganisation WHO einen globalen Alarm wegen SARS («severe acute respiratory syndrome») aussprach [1]. Durch GOARN («Global Outbreak Alert and Response Network») der WHO [2] konnte ein Netzwerk von weltweit über 120 Institutionen dazu beitragen, dass in wenigen, aber langen Wochen die epidemische Ausbreitung kontrolliert und ein neuer Infektionserreger identifiziert werden konnte. Nach vier Monaten war die menschliche Transmissionskette unterbrochen und der Alarmzustand wurde durch die WHO aufgehoben. Die Fakten und Emotionen dieses «outbreak» sind durch intensive Medienberichte übermittelt worden. In der Schweiz fanden sich gemäss Falldefinition sieben Verdachtsfälle, von denen aber keiner virologisch bestätigt wurde. Dies ist um so bemerkenswerter, als gerade zu dieser Zeit in Basel und Zürich im Rahmen einer Messe mit internationaler Beteiligung 50–1 Besucher, inklusive aus China, erwartet wurden, was eine erhebliche Herausforderung darstellte. SARS ist definiert als eine potentiell lebensgefährliche atypische Pneumonie, die durch Infektion mit dem bis dahin unbekannten SARS-assoziierten Coronavirus (SARS-CoV) hervorgerufen wird. Bekannte humane Coronaviren verursachen etwa ein Drittel der banalen respiratorischen Infekte und bedürfen selten einer diagnostischen Abklärung oder gar Therapie. Sie sind mit einer Lipiddoppelmembran umhüllt, worin sich das Nukleokapsid von ca. 100 nm Durchmesser befindet, welches das (+)-strang-RNA Genom von ca. 30000 Nukleotiden enthält [3–5]. Die Epidemie mit dem neuen SARS-CoV begann im November 2002 in der chinesischen Provinz Guandong und wurde initial einem nicht identifizierten Influenzavirus zugeordnet. Am 10. Februar 2003 erhielt die WHO eine Mitteilung über 100 Todesfälle in Guangzhou. Nach Auftreten von sekundären Fällen in Hongkong und Hanoi, Vietnam, wurde am 12. März 2003 eine erste weltweite Warnung («global alert») der WHO ausgesprochen. Eine zweite Warnung folgte am Einmal SARS – das war’s? – Rückblick und Risiko im Jahr danach

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