Zytologie in Bewegung
Author(s) -
L Bubendorf
Publication year - 2004
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2004.05079
Subject(s) - computer science
Die früher oft beobachtete Skepsis vieler Histopathologen gegenüber der Aussagekraft einzelner Zellen ist einem Verständnis für die Zytologie als fester Bestandteil der diagnostischen Pathologie gewichen. Dies ist nicht zuletzt der Integration der Zytologie in das Curriculum für den Facharzt Pathologie und der Schaffung eines Schwerpunktes für Zytologie zu verdanken. Kaum ein(e) AusbildungsassistentIn kann sich der Faszination dieser zusätzlichen morphologischen und diagnostischen Dimension entziehen. Eine Stärke der Zytologie liegt in ihrer technischen Einfachheit. Zellen lassen sich von allen Körperoberflächen abstreichen, von palpablen und nicht palpablen Veränderungen mit der Nadel punktieren und durch Spülungen oder Punktion von Körperflüssigkeiten einfach gewinnen. Mit geringem technischem Aufwand kann so auf eine nicht oder wenig invasive Weise oft eine definitive Diagnose gestellt werden. Als klassische Beispiele gelten die initiale Abklärung von Knoten der Brust und der Schilddrüse. Daneben hat auch die Immunzytochemie einen festen Platz in der Zytodiagnostik und wird u.a. erfolgreich für die Typisierung von Tumorzellen verwendet. Sowohl in der gynäkologischen als auch in der extragenitalen Zytologie sind im vergangenen Jahr wichtige Entwicklungen zu verzeichnen, die das traditionelle Bild von der Zytologie zunehmend verändern. Die gynäkologische Vorsorgezytologie hat während der vergangenen Jahrzehnte zu einer massiven Reduktion der invasiven Zervixkarzinome geführt und stellt damit eine in der Medizingeschichte beispiellos erfolgreiche Früherkennungsmethode dar. Eine weitere Verbesserung wird mittels der flüssigkeitsbasierten Zytologie angestrebt, die im Gegensatz zu der konventionellen Ausstrichmethode eine kontinuierlich hohe Präparatequalität ermöglicht. Der diagnostische Vorteil dieser Methode gegenüber der traditionellen Ausstrichmethode wird noch kontrovers diskutiert. Es ist aber vorauszusehen, dass sich die Flüssigkeitszytologie in der gynäkologischen Vorsorge angesichts evidenter Vorteile durchsetzen wird. So kann das Restmaterial der archivierbaren Flüssigpräparate bei unklaren zytologischen Befunden nachträglich für molekulare Bestimmungen (z.B. HPV-Analysen) verwendet werden. Die Flüssigkeitszytologie ist auch Voraussetzung für eine effiziente Automatisierung von Präparateherstellung und Musterung in der gynäkologischen Zytologie, Zytologie in Bewegung
Accelerating Research
Robert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom
Address
John Eccles HouseRobert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom