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Die Kiefer- und Gesichtschirurgie im Cyberspace - mehr Sicherheit für Arzt und Patient?
Author(s) -
R Sader,
HF Zeilhofer
Publication year - 2004
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2004.05072
Subject(s) - philosophy
Die enormen Fortschritte in der Technologie der schnellen Rechner und schnellen Netze haben dazu geführt, dass computergesteuerte Interaktionen des Chirurgen im Cyberspace nicht mehr in den Science-Fiction-Genre gehören, sondern in einen ernst zu nehmenden Forschungszweig. In der Kieferund Gesichtschirurgie werden heute aus dem Zusammenspiel von Medizin, Informationstechnologie (IT) und Ingenieurwissenschaften entstandene Kommunikationsund Informationsstrukturen vielfach genutzt – und Methoden der Robotik, die ursprünglich für die industrielle Produktion und die Raumfahrt entwickelt wurden, werden für unterschiedlichste Problemstellungen bereits direkt am Patienten angewandt. Patienten mit schweren, durch Unfall entstandenen, Knochendefekten oder mit angeborenen Knochenfehlstellungen können mit modernen Hightech-Verfahren in vielerlei Hinsicht rehabilitiert werden. Chirurgen haben im Laufe der Zeit eine Reihe von Werkzeugen entwickelt, um komplexe Fehlstellungen zu diagnostizieren, zu bewerten, geeignete Korrekturmassnahmen zu planen und diese dann im Operationssaal durchzuführen. Die weitere Verbesserung der Planungsmöglichkeiten, insbesondere durch Nutzung des Computers, ist eine komplexe, interdisziplinäre Aufgabe, an der heute nicht nur Ingenieure und Techniker, sondern vor allem Informatiker, Mathematiker und Physiker zusammen mit den Medizinern arbeiten. Die bestmögliche Umsetzung einer Therapieplanung im Operationssaal der Zukunft bleibt natürlich weiterhin der Kunstfertigkeit der Chirurgen überlassen. Bei der Planung komplizierter Knochenumstellungsoperationen eröffnen sich vollständig neue Perspektiven durch moderne, anwendungsspezifische Verfahren aus der Bildverarbeitung, 3D-Modellierung, computergraphischer Visualisierung und der numerischen Mathematik. Hierdurch gewinnt der Arzt erstmals die Sicherheit, seine Eingriffe dreidimensional «wirklich» planen zu können. Anhand der exakten Planung wird es zudem erstmals möglich, das Ergebnis einer chirurgischen Leistung nachzuvollziehen und zu kontrollieren. Ein wichtiger neuer Qualitätsund Sicherheitsaspekt liegt in der Tatsache begründet, dass bisher chirurgische Fertigkeiten kaum kontrollierbar waren. Aus diesem Grund müssen gerade aus der Sicht moderner Qualitätssicherung künftig auch ärztliche (chirurgische) Fertigkeiten regelmässig transferiert und der Lernerfolg objektiv kontrolliert werden. Diese notwendige Qualitätskontrolle lässt sich nur realisieren, wenn hierfür computergestützte Systeme eingesetzt werden, die realitätsnah einen operativen Eingriff simulieren und damit nachvollziehbar machen. Durch Einbeziehung von Methoden der virtuellen Realität tritt der Chirurge (aber auch der Patient!) in einen Cyberspace ein, in dem sich spektakuläre Planungskriterien berücksichtigen lassen – das wohl beeindruckendste in der Kieferund Gesichtschirurgie sind Lage und Form des Weichgewebes, das neben den Knochen die Gesichtszüge wesentlich bestimmt. Die Kieferund Gesichtschirurgie im Cyberspace – mehr Sicherheit für Arzt und Patient?

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