Diagnostik der latenten Tuberkulose im neuen Millennium
Author(s) -
M Hoffmann,
P Vernazza,
Walter Fierz
Publication year - 2003
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2003.05052
Subject(s) - medicine
Die WHO geht davon aus, dass ⁄3 der Weltbevölkerung mit dem Mycobacterium tuberculosis infiziert ist [1]. Am stärksten sind die Entwicklungsländer betroffen. Durch die zunehmende Migration werden jedoch Tuberkulosefälle in den westlichen Ländern wieder häufiger. In der Schweiz betreffen >50% der jährlich neu diagnostizierten Tuberkulosen Immigranten aus Gebieten mit einer hohen Tuberkuloseprävalenz [2]. Vor diesem Hintergrund stellt die verlässliche und frühzeitige Diagnosestellung ein vorrangiges Ziel der Tuberkulosekontrolle dar. Die Diagnose einer latenten Tuberkulose stützt sich heutzutage auf den Tuberkulin-(Mantoux-) Test («tuberculin skin test», TST) [3]. Beim TST wird als Antigen ein gereinigtes Proteingemisch des M. tuberculosis («purified protein derivate», PPD) intrakutan injiziert. Die Reaktion des Immunsystems wird anschliessend als Induration in Millimetern abgelesen. Der Test weist eine Anzahl Nachteile auf, welche besonders in Entwicklungsländern zum tragen kommen: – Um das Testresultat ablesen zu können, ist eine zweite Arztvisite notwendig. – Die Durchführung wie auch das Ablesen des TST ist untersucherabhängig und daher nicht sicher reproduzierbar. – Der TST zeigt Kreuzreaktionen mit Umgebungsmykobakterien und der Bacille-Calmette-Guérin-(BCG-)Impfung mit dem Mycobacterium-bovis-Impfstamm (verminderte Spezifität). – Bei immunsupprimierten Patienten (insbesondere im Rahmen von HIV-Infektionen) und im Stadium der akuten aktiven Tuberkuloseerkrankung kann der Tuberkulintest falsch negativ ausfallen (verminderte Sensitivität).
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