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Ungewöhnliche Ursache für eine Beinschwellung
Author(s) -
S Rimoldi,
M Menth,
B Kipfer,
F Mahler,
H Savolainen
Publication year - 2003
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2003.04994
Subject(s) - philosophy
Eine polymorbide 77jährige Patientin wurde uns wegen neu aufgetretener starker Schmerzen sowie Schwellung des rechten Unterschenkels zugewiesen. Die Patientin musste zwei Monate vor dem jetzigen Ereignis wegen einer spontan aufgetretenen, dopplersonograpisch nachgewiesenen Zweietagen-Beinvenenthrombose rechts (Vena poplitea und Vena tibialis posterior) auswärts hospitalisiert werden. Anamnestisch konnten keine Risikofaktoren eruiert werden, weshalb bei langjähriger Colitis ulcerosa auch eine Tumorsuche (Röntgen Thorax, Ultraschall Abdomen, okkultes Blut im Stuhl), zum Ausschluss einer Neoplasie-assozierten Koagulopathie durchgeführt wurde. Bei einer sonographisch hämatomverdächtigen, den venösen Abfluss komprimierenden Raumforderung im Poplitealbereich wurde die Thrombose als stasebedingt interpretiert und bei bereits installierter oraler Antikoagulation wegen rezidivierender Lungenembolien symptomatisch behandelt. Komplizierend trat im Verlauf eine anämisierende, transfusionsbedürftige Muskeleinblutung im rechen Oberschenkel auf, welche konservativ therapiert wurde. Aktuell präsentierte sich eine normotone, normokarde Patientin in reduziertem Allgemeinzustand ohne klinische kardiopulmonale Dekompensationszeichen (COPD, St. n. rez. Lungenembolien). Im Lokalbefund war ein geschwollenes rechtes Bein mit erhaltener Sensomotorik, einer Wadenumfangsdifferenz (10 cm unterhalb der Patella) von 12 cm sowie einem pulsierenden Tumor in der Kniekehle mit ipsilateral nicht palpablen Fusspulsen zu objektivieren. Labormässig war ein subtherapeutischer INR-Wert (1,27) bei Eintritt erwähnenswert. Das durchgeführte Angio-MRI der Beckenund Beingefässe zeigte ein 6 10 cm grosses ovales Aneurysma der A. poplitea rechts. Konventionell angiographisch hingegen präsentierte sich überraschenderweise eine normalkalibrige A. poplitea mit einem Aneurysma spurium der supragenikulären A. poplitea (Abb. 1). In Abwesenheit eines aktuellen Traumas oder medizinischer Interventionen konnte auch nach nochmaliger Vervollständigung der Anamnese (St. n. Hüft-TP vor Jahren, dabei jedoch keine Anwendung von Steinmann-Pins oder Kirschnerdrähten im Bereich des Knies) keine Ursache für die vorhandene Pathologie gefunden werden. Aufgrund einer im Verlauf aufgetretenen interkurrenten Pneumonie mit begleitender Verschlechterung des Allgemeinzustandes wurde primär als weniger invasive Alternative ein katheterangiographisches Vorgehen mit Stenteinlage (Abb. 2a und 2b) einer chirurgischen Gefässoperation vorgezogen. Bei diesem Fall wurde ein so genannter «covered stent» (Haemobahn®) verwendet, welcher eine Polytetrafluorethylenbeschichtung (PTFE) aufweist und sich durch eine ausgeprägte Flexibilität auszeichnet. Aufgrund der Pseudoaneurysmagrösse, welche zu starken Schmerzen, Gefährdung der Hautdurchblutung und persistierender venöser Abflussbehinderung führte, musste schliesslich zwei Tage später eine chirurgische Ausräumung erfolgen. Ungewöhnliche Ursache für eine Beinschwellung

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