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Die Bedeutung der axonalen Schädigung bei Multipler Sklerose
Author(s) -
BS Buddeberg,
M Kerschensteiner,
ME Schwab
Publication year - 2003
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2003.04974
Subject(s) - medicine
Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste Ursache neurologisch bedingter Behinderungen bei jungen Erwachsenen. Die Erkrankung befällt vor allem die weisse Substanz des Gehirns und des Rückenmarks und manifestiert sich anfänglich unter anderem durch sensible Ausfälle, Sehstörungen sowie Koordinationsprobleme [1]. Im weiteren Verlauf steht häufig die eingeschränkte Gehfähigkeit im Vordergrund. Bei der Multiplen Sklerose unterscheidet man zwischen verschiedenen Verlaufsformen. In 80% der Fälle beginnt die Erkrankung mit einer schubförmigen Phase (RR-MS genannt, vom Englischen «relapsing-remitting»). Darauf folgt in vielen Fällen eine sekundär progrediente Phase (SP-MS). Zwanzig Prozent der Fälle weisen von Beginn der Krankheit an einen progredienten Verlauf auf, wobei von primär progredienter MS (PP-MS) gesprochen wird. Die heute gängige Vorstellung von der Pathogenese der MS geht davon aus, dass es durch bisher ungeklärte Ursachen zu einer Aktivierung autoreakiver T-Zellen gegen Komponenten des zentralen Myelins kommt. Aktivierte T-Zellen sind in der Lage, die Blut-HirnSchranke zu öffnen, was das Eindringen von weiteren T-Zellen, B-Zellen, Makrophagen und Antikörpern ins ZNS zur Folge hat. Es kommt zur Ausbildung entzündlicher Plaques und zu einem Angriff auf Myelin und Axone [2–4]. In sehr frühen, aktiven Plaques dominieren T-Zellen und Makrophagen. Letztere enthalten in ihrem Zytoplasma Myelindegradationsprodukte als Hinweis auf einen aktiven Demyelinisierungsprozess. Chronisch inaktive Plaques weisen deutlich weniger Entzündungszellen auf, die überlebenden Axone sind kaum mehr von Myelin umgeben (Abb. 1). Selten kommen auch so genannte Shadow-Plaques vor, inaktive Plaques, in denen eine Remyelinisation der demyelinisierten, aber nicht geschädigten Axone in einem begrenzten Umfang stattfindet [5]. Während die MS bis vor kurzem noch als primär demyelinisierende Krankheit angesehen wurde, zeigen neuere Forschungsresultate [6, 7], dass es bereits in den frühen, aktiven Plaques zu einer Schädigung der Axone kommt. Neuroradiologisch war es möglich, zu zeigen, dass das Ausmass der Axonschädigung das wichtigste pathologische Korrelat persistierender klinischer Defizite bei MS-Patienten ist [8]. Diese Resultate legen nahe, dass Therapiestrategien, die auf eine frühzeitige Protektion der Axone oder eine Reparatur geschädigter Axone zielen, einen wesentlichen Beitrag zur MSTherapie leisten können. Die Rolle der axonalen Schädigung rückt deshalb immer mehr ins Zentrum der aktuellen MS-Forschung. Wir wollen in diesem Artikel einen kurzen Überblick über den momentanen Wissensstand in diesem Gebiet geben. Die Bedeutung der axonalen Schädigung bei Multipler Sklerose

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