Akute Leukämien beim Erwachsenen
Author(s) -
R Zenhäusern,
C Zwicky,
M Solenthaler,
MF Fey,
A Tobler
Publication year - 2003
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2003.04929
Subject(s) - medicine
Akute Leukämien sind hochmaligne Stammzellerkrankungen der Hämatopoese. Durch klonale Expansion unreifer hämatopoetischer Zellen, der leukämischen Blasten, kommt es zur Verdrängung der normalen Blutbildung im Knochenmark mit konsekutiver Anämie, Neutropenie und Thrombozytopenie. Beim Erwachsenen sind ca. 80% der akuten Leukämien myeloischen und 20% lymphatischen Ursprungs. Die jährliche Inzidenz der akuten myeloischen Leukämie (AML) beträgt 2,5/1 und steigt altersabhängig bis 12–13/1 bei über 65jährigen Patienten. Das mediane Alter bei Diagnose einer AML liegt bei 62 Jahren [1]. Die akute lymphatische Leukämie ist die häufigste Leukämie im Kindesalter, die Inzidenz beim Erwachsenen ist ca. 1/1/ Jahr. Akute Leukämien sind sehr heterogene Erkrankungen. Zahlreiche Forschungsergebnisse der letzten Jahre bestätigen diese Tatsache. Neue Erkenntnisse erlauben zudem eine verbesserte zytogenetische, molekularbiologische und immunologische Diagnostik sowie die Etablierung neuer prognostischer Faktoren. Sie bilden die Grundlage für spezifischere und risikoadaptierte Therapien. Fortschritte bei supportiven Massnahmen (z.B. Infektiologie, Transfusionen) reduzieren die Morbidität und Mortalität der intensiven Chemotherapien sowie der allogenen und autologen Stammzelltransplantationen. Die Prognose der Patienten mit akuter Leukämie hat sich damit über die letzten 20 Jahre deutlich gebessert. Bei jüngeren Patienten (<65 Jahre) mit neu diagnostizierter AML und ALL kann heute in 70–80% der Fälle mit einer intensiven Induktionschemotherapie eine komplette Remission erreicht werden. Die Rezidivrate bleibt jedoch hoch, und Langzeitremissionen werden lediglich in 30–40% aller Patienten erreicht, betragen jedoch 60–70% bei Subtypen mit niedrigem Risiko. Eine beharrliche Forschung im Rahmen von klinischen Studien sowie die Grundlagenforschung werden dazu beitragen, diese Resultate weiter zu verbessern [2]. Diese Arbeit gibt einen aktuellen Überblick über die Diagnostik und Therapie der akuten Leukämien.
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