Chirurgische Behandlungmöglichkeiten thorakaler Aneurysmen und Dissektionen der Aorta
Author(s) -
PA Berdat,
Jürg Schmidli,
Thierry Carrel
Publication year - 2003
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2003.04758
Subject(s) - medicine
Erkrankungen der Aorta sind häufig und aufgrund der grossen Gefahr akuter und potentiell fataler Komplikationen von erheblicher Bedeutung. Erschwerend für deren rechtzeitiges Erkennen ist die Tatsache, dass die meisten Affektionen der Aorta mit Ausnahme von akuten Aortendissektionen und traumatischen Läsionen lange Zeit asymptomatisch bleiben. Wenn Vorzeichen drohender Komplikationen auftreten, dann oft nur als unspezifische und schwierig einzuordnende Beschwerden. Daraus ergibt sich die Forderung, dass im klinischen Alltag beim geringsten Verdacht das Vorliegen einer Erkrankung der Aorta in die differentialdiagnostischen Überlegungen miteinbezogen werden muss. Zudem sollten diejenigen Patienten, welche an kardiovaskulären Affektionen mit erhöhtem Risiko für Aortenaneurysmen (arterielle Hypertonie, Aortenstenose bei bikuspider Aortenklappe, Zustand nach Aneurysmaausschaltung einer anderen Lokalisation oder familiär belastete Anamnese mit Aortenerkrankungen) leiden, einem Screening der thorakalen Aorta unterzogen werden. Mit diesem Artikel soll eine Übersicht über die zwei häufigsten Erkrankungen der thorakalen Aorta – das Aortenaneurysma und die Aortendissektion – vermittelt und deren klinische, therapeutische und prognostische Besonderheiten hervorgehoben werden. Die Aorta ist ein Organ, das von der Aortenklappe bis zur Bifurkation in beide Iliakalgefässe reicht und in mehrere Abschnitte aufgeteilt wird: Der erste Abschnitt vom Aortenklappenanulus bis zur Sinotubularlinie entspricht der Sinusportion und wird durch die Sinus valsalvae gebildet. Sie gibt als erste Äste der Aorta die Koronararterien ab. Die Sinusportion zusammen mit der Aortenklappe wird auch als Aortenwurzel bezeichnet. Die Sinotubularlinie auf Höhe der Ansätze der Aortenklappenkommissuren markiert den Übergang von der Sinusportion in die Aorta ascendens. Die Aorta ascendens reicht bis auf Höhe des Truncus brachiocephalicus, der als erster Gefässabgang des Aortenbogens seinen proximalen Teil kennzeichnet. Der Aortenbogen gibt in seinem weiteren Verlauf die Arteria carotis communis links und die Arteria subclavia links ab. Nach Abgang derselben folgt das sogenannte Isthmussegment, das bis zum Ductus respektive Ligamentum arteriosum Botalli reicht und den proximalen Abschnitt der deszendierenden thorakalen Aorta bildet. Diese geht auf Höhe des Zwerchfells in das thorakoabdominale Segment über, welches von thorakal nach abdominal retroperitoneal zieht. Die normale Grösse der Aorta korreliert nicht mit der Körpergrösse und dem Gewicht, wohl aber mit dem Alter und dem Geschlecht, indem sie altersbedingt an Grösse zunimmt (ca. 0,005–8 cm/Jahr) und Frauen bei gleicher Körpergrösse eine schlankere Aorta haben als Männer. Bei Erwachsenen beträgt der normale Durchmesser der Sinotubularlinie 21 mm [1], der Aorta ascendens ca. 32 mm, der proximalen Aorta descendens 30 mm, der thorakoabdominalen Aorta 26– 28 mm und der infrarenalen Aorta 19 mm [2].
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