Synopsis: neuere Antidepressiva (Non-SSRI) und SSRI
Author(s) -
P Herzig
Publication year - 2002
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2002.04720
Subject(s) - medicine
Für die medikamentöse Behandlung von Depressionen steht eine Vielzahl von Präparaten zur Verfügung, die sich in die folgenden Hauptgruppen einteilen lassen: Trizyklika (TZA), MAO-Hemmer, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und neuere Non-SSRI. (Johanniskrautpräparate verfügen in der Schweiz nicht über die explizite Zulassung zur Behandlung von Depressionen, werden aber sehr häufig eingesetzt.) Die SSRI gelten heute im allgemeinen als Präparate erster Wahl. Gegenüber den Trizyklika weisen sie zwar kaum nennenswerte Unterschiede in bezug auf die antidepressive Wirkung auf, aber das Risiko unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist bei den SSRI im Vergleich zu den TZA geringer. Die bessere Verträglichkeit wirkt sich i.d.R. auf eine verbesserte Compliance aus und damit indirekt auch auf den Behandlungserfolg. Trotz den Vorteilen der SSRI stellen die TZA (sowie tetrazyklische Substanzen wie Maprotilin) auch heute noch eine wichtige Medikamentengruppe dar. Deutlich niedrigere Medikamenten-Tageskosten, ein riesiger Datenfundus, gute Vertrautheit in der Anwendung bei vielen Praktikern und zusätzliche Indikationen (z.B. als Adjuvans bei bestimmten Schmerzzuständen) sind einige der Faktoren, welche die Bedeutung der TZA ausmachen. Während die irreversiblen MAO-Hemmer in der Anwendung grosse Vorsicht erfordern (in der Schweiz ist gar kein entsprechendes Präparat zugelassen), unterscheidet sich der reversible, selektive MAO-Hemmer Moclobemid hinsichtlich antidepressiver Wirkung und Nebenwirkungsrisiko kaum nennenswert von anderen modernen Antidepressiva. In bezug auf einzelne unerwünschte Wirkungen (sexuelle Dysfunktion, Gewichtszunahme) weist das Präparat möglicherweise sogar Vorteile gegenüber mehreren SSRI und Non-SSRI auf. Auch für die Gruppe der neueren Non-SSRI gilt, dass die antidepressive Wirkung mit jener der anderen Gruppen vergleichbar ist. Die Profile der unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind weniger einheitlich als z.B. jene der SSRI. Der Stellenwert der neueren Non-SSRI ist noch nicht endgültig festgelegt. Diese Präparate stellen jedoch unzweifelhaft eine wichtige und wertvolle Ergänzung der Palette von Wahlmöglichkeiten dar. Zu den Tabellen
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