Das Harnsteinleiden in der Allgemeinpraxis - wie soll der Hausarzt vorgehen?
Author(s) -
Hansjörg Danuser,
Robert A. Gerber,
Werner Hochreiter,
UE Studer
Publication year - 2002
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2002.04686
Subject(s) - political science
Harnsteine sind mit einer Prävalenz von 5–10% und einer jährlichen Inzidenz von 4 neuen Fällen auf 1000 Einwohner ein relativ weit verbreitetes Leiden. In 70–80% handelt es sich um kalziumhaltige Steine, insbesondere Kalziumoxalat-Steine, in 10–15% um Infektsteine, in 5–10% um Harnsäure-Steine und in 1–3% um Zystin-Steine. Die Einführung der extrakorporellen Stosswellenlithotripsie (ESWL) 1985 hat die Behandlung der Harnsteine radikal geändert. Die offene Steinchirurgie, früher ein täglicher Routine-Eingriff des Urologen, ist heute praktisch vollständig verschwunden. An unserer Klinik wurde in den letzten fünf Jahren bei 900 Steinbehandlungen pro Jahr keine offene Steinoperation mehr durchgeführt. Durch die minimal invasiven Behandlungstechniken, insbesondere die ESWL, hat sich auch das Management der Patienten mit akuter Steinkolik geändert. Die akute Flankenkolik, meist Ausdruck eines Harnleitersteines, soll möglichst rasch uns effizient abgeklärt werden, damit die entsprechende minimal-invasive Behandlung angewandt werden kann. Die früher gängige, wissenschaftlich nie fundierte «Schwemmtherapie», die sich über Tage und Wochen hinziehen konnte, ist heute nicht mehr gerechtfertigt, ja sogar kontraindiziert. Dadurch werden durch unnötig lange Hospitalisationen und damit Abwesenheiten vom Arbeitsplatz enorme direkte und indirekte Kosten verursacht.
Accelerating Research
Robert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom
Address
John Eccles HouseRobert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom