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Neuropathologie glialer Hirntumoren
Author(s) -
M Tolnay
Publication year - 2002
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2002.04595
Subject(s) - medicine
Gliome sind pathomorphologisch als Tumoren definiert, die aufgrund ihrer histologischen, immunhistochemischen und ultrastrukturellen Merkmale eine gliale Differenzierung aufweisen. Die derzeit gebräuchlichste Einteilung ist diejenige der Weltgesundheitsorganisation (WHO) [1], wonach Gliome aufgrund der wahrscheinlichen Ursprungszelle klassifiziert werden. Demzufolge werden unter den Gliomen Astrozytome, Oligodendrogliome und Ependymome subsummiert (Tabelle 1). Basierend auf unterschiedlichen histologischen Kriterien (siehe unten) werden diese Tumoren je nach Malignitätsgrad in einer Skala von I bis IV gradiert (Tabelle 1). Da im Gegensatz zu soliden Tumoren anderer Organsysteme Gliome nur äusserst selten ausserhalb des zentralen Nervensystems metastasieren, kommt dieser Tumorgradierung in bezug auf die Prognose eine entscheidende Bedeutung zu. Grad-I-Tumoren werden biologisch als benigne angesehen und können, je nach Lokalisation und Zugänglichkeit, chirurgisch geheilt werden. Obschon Grad-II-Tumoren als niedrig maligne eingestuft werden, ist mit Nachdruck zu betonen, dass diese aufgrund ihres invasiven Wachstumsverhaltens chirurgisch nicht geheilt werden können. Grad-IIIund Grad-IV-Gliome gelten schliesslich als hoch maligne, wobei Grad-IV-Tumoren die ungünstigste Prognose aufweisen. Es ist ferner festzuhalten, dass über die Hälfte der niedrig malignen Grad-II-Gliome in ihrem Verlauf, oftmals erst nach Jahren, zu hoch malignen Grad-IIIoder Grad-IV-Tumoren entarten können und sich dann klinisch wie primär hoch maligne Gliome verhalten [2]. In bezug auf Prognose und therapeutisches Vorgehen kommt der neuropathologischen Diagnostik eine entscheidende Bedeutung zu. Die histopathologische Gradierung von Gliomen stützt sich dabei im wesentlichen auf konventionelle mikroskopische Merkmale. Zusatzuntersuchungen, insbesondere der Einsatz von Antikörpern gegen proliferationsassoziierte Antigene (beispielsweise gegen das Ki67-Antigen), können die Gradierung unterstützen, sind aber bis dato als alleiniges Gradierungsinstrument nicht anwendbar. Nachfolgend sollen die histopathologischen Merkmale einiger ausgewählter Gliome etwas detailierter dargestellt werden.

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