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Die sogenannten Paraphilien - Biologisch-psychiatrische Aspekte der sexuellen Deviationen
Author(s) -
T Knecht
Publication year - 2002
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2002.04542
Subject(s) - philosophy
Der Begriff «Paraphilie» (von griechisch para = abseits, philia = Liebe) wurde von Friedrich S. Krauss geprägt und bezeichnete eine umschriebene Abweichung der sexuellen Präferenz. Ganz im Sinne des 19. Jahrhunderts wurde diesem Begriff initial ein Lasterkonzept zugrunde gelegt, d.h., man ging davon aus, dass sich diese speziellen Triebregungen mit Willensanstrengung und Charakterstärke beseitigen liessen. Mit der Ätiopathogenese der sexuellen Normabweichungen befasste sich initial vor allem die Psychoanalyse, welche in den Paraphilien vorab das Resultat einer psychogenen Störung der Triebentwicklung sah. Allerdings war sich bereits Freud [1] der Vorläufigkeit seiner Betrachtungsweise bewusst, als er in seinen einführenden Vorlesungen zur Psychoanalyse einen «Sexualstoffwechsel», einen «Chemismus der Sexualität», postulierte und darüber rätselte, ob wohl ein oder zwei «Sexualtoxine» existierten, die man gegebenenfalls wohl als männlich und weiblich bezeichnen müsste. Jedenfalls resümierte er: «Das Lehrgebäude der Psychoanalyse, das wir geschaffen haben, ist in Wirklichkeit ein Überbau, der irgendeinmal auf sein organisches Fundament aufgesetzt werden sollte; aber wir kennen dieses noch nicht.» Heute darf die Frage gestellt werden, wie weit der Erkenntnisgewinn auf der biologischpsychiatrischen Ebene vorangekommen ist.

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