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MRT-Befunde bei einer ungewöhnlichen Messerstichwunde ins Halsmark
Author(s) -
H Hawighorst,
MF Berger
Publication year - 2002
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2002.04466
Subject(s) - medicine
Zwei junge Männer tranken abends in einem Durchgangszentrum für Asylsuchende zusammen Wein und Wodka. Zum Rauchen begaben sich die beiden in den Eingangsbereich des Gebäudes, wo zur gleichen Zeit auch noch andere Leute anwesend waren. Im Laufe der Zeit kam es zwischen den beiden vorerst zu einem lautstarken verbalen Streit. In der Folge stellte sich der zwischenzeitlich im Durchgangszentrum eingetroffene Betreuer der beiden Asylsuchenden ein und versuchte den Streit zu schlichten. Nachdem sich die Lage kurzzeitig beruhigt hatte und das Opfer sich dem Betreuer zuwandte, zog der Aggressor blitzschnell ein sogenanntes «Rüstmesser» und stach ihm einmal in den Hals. Durch den Stich in den Hals von dorsolateral wurde das Opfer so schwer verletzt, dass er mit einer sofort gelähmten Körperseite zusammenbrach. Die Erstversorgung des 29jährigen Mannes erfolgte im Spital Solothurn. Der Patient war bei Aufnahme bei vollem Bewusstsein, die vitalen Zeichen stabil. Die Abdomensonographie war unauffällig. Neurologisch fand sich akut ein motorisches Hemisyndrom rechts bei erhaltener Sensibilität. Im MRI zeigt sich eine feine, lineare Verletzung des Halsmarkes rechts auf Höhe HWK 2. Auf den sagittalen T2-gewichteten Aufnahmen ist darüber hinaus gut der Stichkanal durch die dorsalen Halsweichteile erkennbar (Abb. 1). Eine chirurgische Intervention kam bei diesem Befund nicht in Frage. Therapeutisch wurden Steroide unter gleichzeitiger antibiotischer Abschirmung verordnet. Der Patient wurde 6 Tage später zur Rehabilitation in das Schweizer Paraplegiker Zentrum in Nottwil überwiesen. Das Ergebnis der abschliessenden klinischen Untersuchung war vereinbar mit einer sensomotorischen Hemisymptomatik rechts mit brachiokruraler Hypästhesie und Normalgesie, und links einer brachiokruralen Hypalgesie mit Normästhesie unter sakraler Aussparung, symptomatisch ein Brown-Sequard-Syndrom.

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