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Präoperative Abklärung und Behandlung des pulmonalen Risikos
Author(s) -
Andreas Zollinger,
Thomas Pasch
Publication year - 2002
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2002.04465
Subject(s) - medicine
Die präoperative Abklärung des Patienten dient der Beurteilung des perioperativen Risikos und der detaillierten Planung des anästhesiologischen Vorgehens. Sie gilt allgemein als anerkanntes Mittel zur Reduktion der perioperativen Morbidität und Mortalität. Pulmonale Komplikationen tragen wesentlich zum perioperativen Risiko bei und sind häufig die Ursache für eine Verlängerung des Spitalaufenthalts. Bezüglich Abklärung des pulmonalen Risikos sind aber viele Fragen nicht geklärt, und speziell die Bedeutung der präoperativen Routine-Lungenfunktionsuntersuchung ist kontrovers [1] und der Nutzen nicht erwiesen. Es wurden unzählige pulmonale Faktoren an einer grossen Zahl von Patienten untersucht mit dem Ziel, Korrelationen mit dem perioperativen Risiko herzustellen. Leider kann aber bis heute das spezifische Risiko für den individuellen Patienten nicht wirklich systematisch vorhergesagt werden. Zu viele unterschiedliche Variablen beeinflussen sich gegenseitig. Daten aus Untersuchungen, welche mehrere Jahre zurückliegen, sollten überdies mit Vorsicht interpretiert werden: die rasche Entwicklung der anästhesiologischen, chirurgischen und intensivmedizinischen Verfahren und Techniken, inklusive Monitoring, dürfte nicht ohne Auswirkungen bleiben auf Morbidität und Mortalität. Vor allem die seit Jahrzehnten [2] immer wieder aufgeführten sogenannt «prohibitiven» Lungenfunktionsparameter können heute im Hinblick auf eine geplante Lungenresektion bei Patienten mit einem Lungenkarzinom oder einem terminalen Lungenemphysem so kaum mehr gültig sein [3]. Dies zeigen nicht zuletzt die Resultate der Lungenvolumen-Reduktions-Chirurgie (LVRS) eindrücklich [4, 5]. Sicherlich inadäquat ist die Übertragung dieser prohibitiven Grenzwerte aus dem Bereich der Thoraxchirurgie auf nicht-thorakale Eingriffe. Das pulmonale und das kardiale Risiko sind zudem oft kaum zu trennen, weil vor allem koronare Erkrankungen als Folge des Nikotinabusus häufig gemeinsam mit chronischen Lungenerkrankungen vorkommen. Die Festlegung des präoperativen Abklärungsganges, die Abschätzung des gesamten perioperativen Risikos und die Indikationsstellung für allenfalls dringend notwendige präoperative Behandlungen für den individuellen Patienten setzen besonders viel klinische Erfahrung voraus. Pulmonale Abklärungen

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