«Modern Art»: Mäuse-Expressionismus!
Author(s) -
B Biedermann
Publication year - 2002
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2002.04440
Subject(s) - art
Die Palette von Genen, die in einer einzelnen Zelle tatsächlich abgelesen und in RNA, schliesslich in Protein, übersetzt wird, definiert das Expressions-Muster dieser Zelle. Die Publikationen, die mittels der potenten Gen-Chip-Technologie Expressionsmuster in ganzen Organen studieren, schiessen wie Pilze aus dem Boden. Es stellt sich dabei die Frage nach den Normwerten der Genexpression in Organen. Dieser Frage ging eine Forschungsgruppe am Fred Hutchinson Cancer Center in Seattle systematisch nach. Sie verglich das Genexpressionsmuster in Niere, Leber und Testis von 6 genetisch identischen, männlichen Mäusegeschwistern (Abb. 1). Die durchschnittliche Standardabweichung der Genexpression von Maus zu Maus war in Testes am höchsten (23%) und in der Leber am geringsten (13%). Erwartungsgemäss war die Variabilität eines ribosomalen Strukturproteins, S16, sowohl unter den Mäusen als auch von Organ zu Organ, sehr gering. Unter den besonders variabel exprimierten Genen fanden sich viele Stressgene sowie Zytokinund Hormon-induzierte Gene. Die Variabilität Zytokin-induzierter Gene könnte durch unterschiedliche Leukozyteninfiltration ins Gewebe erklärt sein. Die Variabilität der Stressgene weist auf die kritische Bedeutung der standardisierten Gewebsentnahme hin: die Art der Gewebeentnahme könnte einen Entzündungsreiz setzen und eine Stressreaktion provozieren. Schliesslich könnten die variablen, Hormon-induzierten Gene Ausdruck pulsatiler Hormonspiegel sein.
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