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Die ausgedehnte Urogenital-Tuberkulose
Author(s) -
Markus Müntener,
H Knögagel
Publication year - 2002
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2002.04429
Subject(s) - medicine , genitourinary system
Ein 51jähriger Mann wurde im letzten Jahr wegen rezidivierenden Harnwegsinfekten behandelt. Es wurde eine IV-Urographie angefertigt, welche ausgedehnte Verkalkungen in der stummen rechten Niere zeigte (Abb. 1). In der Folge wurde uns der Patient zur extrakorporalen Stosswellenlithotripsie (ESWL) dieser Verkalkungen zugewiesen. Der Mann stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien, lebt aber seit 23 Jahren in der Schweiz. Er hatte keine persönliche Tuberkulose-Anamnese und seines Wissens auch nie Kontakt mit der Krankheit. Ausser gelegentlich trübem Urin war der Patient völlig asymptomatisch. Er klagte weder über Husten oder Auswurf noch hatte er in letzter Zeit Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiss oder eine sonstige Reduktion des Allgemeinzustandes bemerkt. Bei der Eintrittsuntersuchung fand sich ausser einer Adipositas ein unauffälliger Allgemeinstatus, Hämatologie und Blutchemie waren normal. Die Urinuntersuchung zeigte eine massive Leukozyturie bei negativer Urinkultur. Aufgrund der fehlenden Kontrastmittelausscheidung auf der rechten Seite (Abb. 1) entschlossen wir uns, zur weiteren Abklärung der rechten oberen Harnwege eine retrograde Pyelographie durchzuführen. Bereits in der Zystoskopie zeigten sich dabei vereinzelte, bullöse Granulationen an der Blasenwand und ein weit klaffendes Ureterostium rechts. Die retrograde Kontrastmitteldarstellung ergab einen weitgehend unauffälligen, schlanken Ureter und ein plumpes Nierenbeckenkelchsystem mit typischer Schmetterlingskonfiguration. Beim Zurückziehen des Ureterkatheters entleerte sich dann dickflüssiger, trüber Urin aus dem rechten Harnleiter. Alle erwähnten pathologischen Befunde sind äusserst charakteristisch für das Vorliegen einer ausgedehnten Tuberkulose des Harntraktes. Deshalb wurde im Anschluss an die Untersuchung eine Urinprobe direkt aus dem rechten Ureter entnommen. Darin konnten bereits mikroskopisch säurefeste Stäbchen gesehen werden. Zudem war im Mycobacterium-tuberculosis-direkt-Test (MTD), einem Amplifikationsverfahren, RNA vom Mycobacterium-tuberculosis-Komplex nachweisbar. Umgehend wurde beim Patienten eine antituberkulotische Standard-Therapie (Vierer-Kombination mit Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol) eingeleitet. Die Computertomographie des Thorax war unauffällig und die Computertomographie des Abdomens ergab keine Anhaltspunkte für weitere Organmanifestationen. Im Radionephrogramm bestätigte sich die Funktionslosigkeit der rechten Niere und wir entschlossen uns 2 Wochen Die ausgedehnte Urogenital-Tuberkulose

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