Inspiratorischer Stridor und Lungenödem
Author(s) -
I Koneth,
CM Kronauer
Publication year - 2002
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2002.04403
Subject(s) - stridor , medicine , anesthesia , airway
Die 59jährige Magazinerin weilte ferienhalber in Spanien und schilderte eine 7tägige Anamnese von initial Schluckschmerzen, zunehmendem Reizhusten und Verstärkung einer chronischen Heiserkeit. Diese war bedingt durch ein Jahre zuvor diagnostiziertes, nicht therapiertes Reinke-Ödem. Als Reinke-Ödem wird ein subepitheliales Ödem der Stimmlippen bezeichnet, welches vorwiegend bei Rauchern und Personen mit starker Stimmbelastung auftritt. Wegen einer progredienten Dyspnoe suchte die Patientin in Spanien einen Arzt auf, welcher bei Verdacht auf Asthma bronchiale einen Bronchodilatator und Cortison verordnete – ohne Erfolg. Während der Rückreise in die Schweiz kam es zu einer bedrohlichen, raschen Verschlechterung der Dyspnoe. Auf der Notfallstation präsentierte sich die Patientin sprechdyspnoeisch mit aktivierter Atemhilfsmuskulatur. Es imponierte ein ausgeprägter inspiratorischer Stridor und soweit bei Stridor überhaupt beurteilbar, bestand ein leises Atemgeräusch über allen Lungenfeldern ohne Nebengeräusche. Der Blutdruck betrug 160/80 mm Hg, die Herzfrequenz lag bei 90/min, Zeichen der Rechtsherzbelastung fanden sich nicht. Blutgasanalytisch bestand lediglich eine leichte Partialinsuffizienz (pO2 9,1 Kpa), EKG und Thoraxröntgenbild (Abb. 1a) waren unauffällig, das CRP betrug 11 mg/L (Norm 1–10), die Leukozytenzahl 16 400/μL, eine Differenzierung wurde nicht durchgeführt, die übrigen Laboruntersuchungen waren unauffällig. Eine Inhalation mit Salbutamol/Ipratropiumbromid brachte keine Besserung. Es zeigte sich rasch eine respiratorische Verschlechterung unter intensiver Verstärkung des inspiratorischen Stridors und die Patientin musste nach Applikation eines depolarisierenden Relaxans notfallmässig intubiert werden. Ein anschliessend durchgeführtes Thoraxröntgenbild mit Frage nach Tubuslage zeigte zum Erstaunen aller ausgedehnte bilaterale azinäre Transparenzminderungen bei normaler Herzgrösse (Abb. 1b). Sie wurden als Lungenödem interpretiert. Das Verlaufs-EKG und die HerzenInspiratorischer Stridor und Lungenödem
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