Pädiatrie im Jahre 2001: Neuigkeiten
Author(s) -
R Tabin
Publication year - 2002
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2002.04397
Subject(s) - political science
Akute Mittelohr-Entzündung Epidemiologische Daten haben gezeigt, dass auch in der Schweiz die Häufigkeit Penicillinresistenter Pneumokokken zunimmt, jedoch mit erstaunlichen regionalen Unterschieden (<10% Abnahme der Penicillin-Empfindlichkeit in der Deutschschweiz gegenüber 20% in der Welschschweiz). Bei Kindern unter 2 Jahren zeigten /3 der Pneumokokken eine nur mässige Empfindlichkeit auf Penicillin! 40% dieser Pneumokokken weisen zudem eine Kreuzresistenz gegen andere Antibiotika in der Resistenzprüfung auf. Die akute Mittelohrentzündung – eine häufige Krankheit beim Kind im Vorschulalter – ist eine Hauptindikation zur Antibiotika-Gabe beim Kleinkind, und daher Ursache der Resistenzentwicklung [2]. Neueste Arbeiten haben gezeigt, dass die Spontanheilung hoch ist (70–80%). Ein Behandlungsschema zur Verminderung unnötiger Antibiotika-Therapien wurde aufgestellt [3]: falls die Situation es zulässt, kann die AntibiotikaGabe während 24–48 Stunden hinausgezögert und der Verlauf beobachtet werden. Wenn eine Antiobiotika-Behandlung notwendig wird, ist Amoxycillin in einer genügend hohen Dosierung (50–80 mg/kg/Tag) zu bevorzugen, um mässige Penicillin-Resistenzen zu überwinden. Die Kombination mit Clavulansäure ermöglicht die Erradikation von Penicillinase-bildenden Stämmen von Haemophilus influenzae. Mit den neuen Präparaten (mit geringerem Clavulansäure-Anteil) kann das Auftreten von Durchfällen vermindert und die Amoxycillin-Dosis dennoch erhöht werden.
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