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Geriatrie - Eine junge Disziplin, kann den internistischen Spitalalltag bereichern
Author(s) -
C Chappuis
Publication year - 2001
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2001.04356
Subject(s) - philosophy
Seit 1.1.2000 gibt es beim Facharzttitel Innere Medizin neu den Schwerpunkt Geriatrie [1]. Mit diesem Datum fand somit die Geriatrie als Fachdisziplin mit spezifischer Weiterbildung ihre Anerkennung; sie ist also zum heutigen Zeitpunkt ⁄4 Jahre jung. Die Schweizerische Gesellschaft für Innere Medizin (SGIM) hat sowohl rückblickend die Entwicklung wahrgenommen als auch vorausblickend die Verantwortung erkannt, dass im Bereich der Weiterbildung auf dem Gebiet der Geriatrie Handlungsbedarf besteht; denn Internisten in der Praxis haben heute einen grösseren Prozentanteil von über 65jährigen Patienten zu betreuen und sind somit alternde Praktiker mit alternden Patienten, auch die Internisten im Spital betreuen mehr und mehr Patienten in veränderten Altersstrukturen. Während ich z.B. bei meiner ersten Assistentenstelle auf der Inneren Medizin im Gemeindespital Riehen 1966 selten einen über 90jährigen Patienten zu behandeln hatte und höchstens 10% über 80jährige, sind heute bis zu einem Drittel der stationären intern-medizinischen Patienten über 80 Jahre alt. Die Notwendigkeit qualifizierter Aus-, Weiterund Fortbildner im Fachbereich Geriatrie für die Vermittlung von Haltungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Ärzte ist unbestritten. Worin besteht nun aber der Beitrag? Welches sind die Lernziele der Weiterbildung? Was schafft die Motivationen dafür, als Schwerpunkttitel Geriatrie zu wählen? In den jahrelangen Vorbereitungen der Schweizerischen Fachgesellschaft für Geriatrie war immer wieder folgendes Argument zu hören: Jeder Internist behandelt alte Menschen, praktiziert also Geriatrie, ist Geriater; das Rad muss somit nicht neu erfunden werden. Es stimmt natürlich, dass jeder Internist schon immer auch betagte Patienten betreut hatte; aber es stimmt auch, dass innerhalb der Betreuung dieser Menschen Verbesserungen nötig – und möglich sind. Auf dem Gebiet der Pädiatrie zeigt uns die Erfahrung in der jüngsten Vergangenheit dasselbe: Anfang des 20. Jahrhunderts äusserten sich praktizierende Ärzte dahingehend, dass sie bei ihrer täglichen Arbeit zugleich Pädiater seien, es also keine zusätzlichen Spezialisten brauche. Im Laufe der Zeit erkannten die Hausärzte jedoch, dass ihnen Kollegen, die sich vertieft mit der speziellen Materie befasst hatten, für ihre Alltagsarbeit sehr hilfreich sein können. Und ein heutiges Beispiel aus unserer Arbeit bestätigt diese Einsicht: Bei der Bearbeitung hämatologischer und kardiologischer Probleme im Praxisund Spitalalltag betrachten wir es als grosse Hilfe, Hämatologen und Kardiologen zu Rate ziehen zu können. Aus diesen gemachten und hier nur kurz beschriebenen Erfahrungen ergibt sich für die Geriatrie also die Aufgabe, ihrerseits ihren Beitrag zu leisten zur Inneren Medizin, indem sie ihre speziellen wissenschaftlichen Erkenntnisse [2] und ihre Arbeitsweisen [3] sichtbar und bewusst macht und bei den Kollegen die Neigung dazu weckt, ihre Erfahrungen aufzunehmen und vermehrt in ihre Alltagsarbeit einzubauen.

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