Forschung über polygene Erkrankungen Diabetes Typ 2
Author(s) -
J Philippe
Publication year - 2001
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2001.04344
Subject(s) - polygene , medicine , diabetes mellitus , environmental health , endocrinology , population , quantitative trait locus
Die Forschung über polygene Erkrankungen (arterielle Hypertonie, Hyperund Dyslipidämie, Adipositas, Diabetes usw.) steht mit dem neuen Jahrtausend an einem Wendepunkt. Bei den polygenen Erkrankungen handelt es sich um häufige Krankheiten, bei denen mehrere Gene eine Rolle spielen, deren Wirkung mehr oder weniger stark durch Umweltfaktoren moduliert wird. Die klassischen Methoden zur Identifikation von Genen, die auf den Konzepten der «reverse genetics», der Analyse von Bindungen oder Inhibition und des «positional cloning» beruhten, haben aufsehenerregende Entwicklungen der Genidentifikation bei denjenigen Krankheiten ermöglicht, die nach den Mendelschen Gesetzen vererbt werden. Leider stossen diese Methoden an Grenzen, wo es sich um die Identifikation von Genen bei den viel häufigeren und komplexeren polygenen Erkrankungen handelt. Vergegenwärtigt man sich die Tatsache, dass der Mensch in seinem Genom etwa 30 000 bis 40 000 funktionelle Gene besitzt und in jedem dieser Gene eine funktionelle Variabilität vorliegen kann, versteht man besser, wie schwierig es ist, den Zusammenhang zwischen genetischer Variabilität und Krankheit zu definieren. Gewisse mittels «reverse genetics» definierte Gene können zwar bei den häufigen Erkrankungen einen bescheidenen Anteil erklären, wie beim Brustkrebs BRCA-1 und BRCA-2, beim Dickdarmkrebs FAP, HNPCC, oder beim Diabetes MODY-1, -2, -3, -4, -5 usw. Trotzdem bleibt es eine Tatsache, dass die Genetik der nicht nach Mendelschen Gesetzen vererbten Erkrankungen bisher kaum zum gewünschten Erfolg geführt hat und somit neue Strategien entwickelt werden müssen [1, 2]. Mit der erfolgreichen Sequenzierung des menschlichen Genoms, der Entwicklung neuer Möglichkeiten in der Informatik und neuer Techniken in der Molekularbiologie sind wahrscheinlich die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die polygenen Erkrankungen einen Teil ihres Geheimnisses verlieren werden. Die Identifikation aller Gene samt ihrer funktionellen Variabilität im Genom könnte es erlauben, deren Einfluss auf den interessierenden Phänotyp zu untersuchen. Die funktionelle Genetik zusammen mit der Wissenschaft über die Zellproteine sollte ebenfalls dazu beitragen, unsere Kenntnisse über die Funktion der Gene und ihre Wirkungen auf den Organismus zu verbessern. Trotz dieses eher gedämpften Urteils über die bisherigen Auswirkungen der Erforschung der polygenen Erkrankungen soll diese Artikelreihe die Entwicklungen des vergangenen Jahrzehnts bei vier chronischen Erkrankungen aufzeigen, dem Diabetes Typ 2, der arteriellen Hypertonie, den Hyperund Dyslipidämien und der Adipositas. Forschung über polygene Erkrankungen
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