Herztransplantation: Die therapeutische Betreuung eines Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz
Author(s) -
Charles Seydoux,
Xavier M. Mueller,
F Tinguly,
JeanJácques Goy,
Frank Stumpe,
L. von Segesser
Publication year - 2001
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2001.04319
Subject(s) - medicine
Indikationen der Herztransplantation Die Herztransplantation ist für Patienten indiziert, die an einer für medikamentöse Therapie refraktären Herzinsuffizienz leiden. In diesem Stadium wird die Lebensqualität vom Patienten als unerträglich eingestuft, sogar bei nur verminderter täglicher Aktivität. Im Verlauf kommt es bei geringster Belastung progressiv zu einer Dyspnoe, der Patient wird wiederholt wegen Herzinsuffizienz eingewiesen und seine Lebenserwartung ist statistisch verringert, wie die Überlebenskurve solcher Patienten verglichen mit einer Population ohne klinische Herzinsuffizienz zeigt. Es ist besonders schwierig, die Entwicklung der Krankheit und ihrer Symptome vorherzusagen, da die Herzinsuffizienz unberechenbar sein kann. Dies führt dazu, dass die Ärzte die Patienten, die ihnen zu einer ersten Beurteilung zugewiesen wurden, regelmässig kontrollieren. Es kommt vor, dass die Anpassung der Behandlung, Veränderungen des Ausmasses physischer Aktivität und eine bessere Lebenshygiene die Verbesserung, sogar das Verschwinden der kardialen Symptome zu erreichen vermag. Die häufigsten Erkrankungen des Herzens, bei denen eine Transplantation indiziert ist, sind die dilatative und die ischämische Kardiomyopathie, die schon alleine 85% der Kardiopathien ausmachen. Seltenere Ätiologien sind valvuläre, kongenitale, hypertrophe Kardiopathien und die Myokarditis. Die objektiven Kriterien, die wir verwenden, um zu entscheiden, ob ein Patient auf die Transplantationsliste gesetzt wird, sind mannigfaltig. Sie helfen die mittelfristige statistische Lebenserwartung eines Patienten zu ermitteln und beinhalten klinische Kriterien (Grad der Überwässerung, Bestehen von therapierefraktären Pleuraergüssen, Bildung von Aszites), invasive oder nicht invasive hämodynamische Kriterien (Blutdruck, Herzfrequenz, Ejektionsfraktion, Bestehen von Arrhythmien, kapillarer Verschlussdruck), biologische Kriterien (Natriämie, Nierenund/oder hepatozelluläre Insuffizienz) sowie andere Kriterien (z.B. der maximale Sauerstoffverbrauch bei Belastung, die Belastungstoleranz, der Verlauf der Gewichtskurve). Indessen erlaubt keiner dieser Parameter individuell das Sterberisiko des Patienten innerhalb eines Jahres definitiv und mit Sicherheit zu ermitteln. Man kennt klinische Gruppen, deren Verlauf statistisch schlechter ist. Es handelt sich um Patienten der funktionellen Klasse IV (nach NYHA), deren maximaler Sauerstoffverbrauch (VO2 max) bei <10 mL/ kg/min liegt, oder die eine Hyponaträmie von <130 mMol/L vorweisen. Die prognostischen Faktoren der nicht-ischämischen Kardiomyopathien, die auf eine schlechtere Prognose hinweisen, sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Die Gesamtbild dieser Kriterien erlaubt das Risiko des Patienten global zu stratifizieren und hilft den geeigneten Zeitpunkt zu wählen, um ihn auf die Transplantationsliste zu setzen. Die Wahl muss restriktiv gehandhabt werden, um Organe denjenigen Patienten zur Verfügung zu stellen, die wirklich davon profitieren werden. Es muss vermieden werden, die Wartezeit auf der Transplantationsliste zu verlängern, denn Herztransplantation Die therapeutische Betreuung eines Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz
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