Humanes Papilloma-Virus und das klinische Spektrum von Warzen
Author(s) -
M. Streit,
Braathen Lr
Publication year - 2001
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2001.04242
Subject(s) - medicine
Der Begriff «Warze» oder «Verruca» umschreibt hyperplastische Veränderungen an Hautund Schleimhäuten von charakteristischer klinischer Morphe. Als typisch gilt eine umschriebene zerklüftete Struktur, meist kalottenartig vorgewölbt, an der Haut mit aufgerauhter Oberfläche. Das Bild kann aber je nach Lokalisation am Körper erheblich variieren (siehe unten). Am häufigsten sind Warzen Ausdruck einer Infektion durch das Humane Papilloma-Virus (HPV). Sie können aber auch eine andere virale Ätiologie haben wie die Dellwarzen, die durch das Molluscum-contagiosumVirus (aus der Gruppe der Pockenviren) bedingt sind. Dem Warzenbegriff untergeordnet werden ebenfalls nichtinfektiöse Epitheliome wie die seborrhoischen Warzen. In dieser Übersicht werden wir die durch HPV verursachten Warzen besprechen. HPV-induzierte Warzen werden in der Regel als benigne infektiöse Epitheliosen an Haut und Schleimhäuten definiert [1]. Die Morphe erklärt sich aus der Ätiopathogenese: Der Befall der Epidermis durch Humanes Papilloma-Virus (HPV) führt zu einer reaktiven geschwulstähnlichen, aber rückbildungsfähigen Epithelhyperplasie mit konsekutiver Verbreiterung des bindegewebigen Papillarkörpers. Dies ergibt das typische histologische Bild mit Akanthose (Verbreiterung der Epidermis) und Papillomatose (fingerförmig ausgezogene bindegewebige Papillen zwischen den verlängerten Reteleisten). Der Virusbefall zeigt sich histologisch durch basophile Kerneinschlüsse in den Zellen der oberen Stachelzellschicht, welche balloniert erscheinen. Beim kutanen Befall gehört zum typischen feingeweblichen Bild auch eine massive Hyperkeratose, in welcher schlotförmig Parakeratosekegel mit rauchfahnenartigen Bluteinschlüssen auszumachen sind. Virale Warzen werden weltweit beobachtet, in der normalen Bevölkerung vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Gewöhnlich heilen Warzen narbenlos ab und hinterlassen eine weitgehende Immunität, welche dazu führt, dass Erwachsene meist vor weiteren Infekten geschützt sind. Bei Immunsupprimierten treten Warzen demgegenüber auch beim Erwachsenen auf, häufig in grosser Aussaat und gekennzeichnet durch Therapieresistenz.
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