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Das menschliche Genom: Grundsätzliches zur DNA
Author(s) -
EG Berger,
T Hennet
Publication year - 2001
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2001.04168
Subject(s) - biology
Wer ist HUGO? Dieses einprägsame Akronym steht für die Human Genome Organisation, welche im Februar mit der Publikation der Struktur des menschlichen Genoms an die Öffentlichkeit getreten ist. Während viele Schlagzeilen aus Forschung und Technik, so spektakulär sie manchmal auch klingen, mehr Seifenblasen entsprechen, ist das, was HUGO der Weltöffentlichkeit und der Ärzteschaft mitzuteilen hatte, eine echte Revolution, vergleichbar der anatomischen Exploration des menschlichen Körpers durch Vesal 1543 oder der Etablierung des periodischen Systems in der Chemie. Sicher wird sich in einigen Jahrzehnten ein Rückblick auf den Februar 2001 lohnen, mit der Frage, was HUGO damals ausgelöst hat. Auch dürfte es spannend sein, Parallelen im medizinischen Fortschritt nach der ersten anatomischen Sektion und der Strukturaufklärung des Genoms aufzuzeigen. Beiden gemeinsam ist die Schaffung einer neuen Sprache, damals lateinisch, jetzt englisch, den sogenannten «genome speak». Unterschiedlich zwischen damals und heute ist die Geschwindigkeit in der Umsetzung des neuen Wissens. Bereits jetzt ist der biomedizinischen Forschergemeinschaft klar, dass die Genomdatenbanken eine unerschöpfliche Quelle von neuem Wissen darstellen. Wir glauben, dass unsere in der Praxis tätigen Kolleginnen und Kollegen daran teilhaben sollten, sei es nur um diese kulturelle Leistung zu würdigen, oder sei es, um einen Zugang zur modernen Molekularund Zellbiologie zu finden, die zunehmend den medizinischen Alltag prägt. In der Ausbildung unserer jungen Studierenden beabsichtigen wir, dieser Umwälzung Rechnung zu tragen, indem wir in Bälde im ersten Studienjahr einen integrierten Ausbildungsgang in Zellund Molekularbiologie anbieten werden, der auf einem systematisch aufgebauten interdisziplinären Vorlesungszyklus mit Praktika und projektorientierten Tutoraten in molekularer Medizin und einem Internet-basierten Multimedia Auftritt beruhen wird. Diese Grundlage tritt an die Stelle der Zoologie, der vergleichenden Morphologie der Wirbeltiere und der Botanik, wie sie von Gesetzes wegen aber noch verlangt werden. In den in loser Reihenfolge erscheinenden Kurzbeiträgen über das menschliche Genom geben wir zuerst die Grundlagen und rufen einige elementare Eigenschaften des Trägers der genetischen Information, der DNA, in Erinnerung. Im folgenden werden wir versuchen, das medizinische Potential der Informationsfülle, welche nun in vielen Datenbanken zugänglich gemacht worden ist*, zu beschreiben. Dabei steht uns auch eine Serie von Beiträgen, die vor einigen Jahren im New England Journal of Medicine erschienen sind und ein gutes Echo fanden, Pate.

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