Vascular endothelial growth factor VEGF: Kopf oder Zahl?
Author(s) -
Bernd Biedermann
Publication year - 2001
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2001.04166
Subject(s) - vegf receptors , vascular endothelial growth factor , vascular endothelial growth factor c , factor (programming language) , medicine , vascular endothelial growth factor a , cancer research , computer science , programming language
Die chronische Arteriosklerose führt über kurz oder lang zum Blutgefässverschluss und zur Minderperfusion betroffener Gewebe. «Vascular endothelial growth factor» (VEGF) ist ein angiogener Wachstumsfaktor für Endothelzellen. Mitte der 90er Jahre versuchte man mit Hilfe dieses Proteins bei Patienten mit peripher arterieller Verschlusskrankheit eine Kollateralisierung und damit eine verbesserte Gewebeperfusion zu erreichen. Dieses Prinzip hat im klinischen Alltag nicht den erwarteten Durchbruch erzielt. VEGF hat bei der Arteriosklerose nämlich zwei Seiten! Eine kalifornische Forschergruppe berichtet jetzt über den Einfluss von VEGF auf die Progression arteriosklerotischer Plaques bei Kaninchen und Mäusen mit Arteriosklerose (ApoE/ApoB100 Doppelknockout-Mäuse unter cholesterinreicher Diät). VEGF akzeleriert und aggraviert die Arteriosklerose, gemessen an der Plaque-Grösse. VEGF erhöht auch die Gefässdichte in den arteriosklerotischen Plaques der Tiere, und vaskularisierte Plaques gelten als instabil. Dieser Effekt könnte bei der menschlichen Arteriosklerose besonders ungünstige Auswirkungen haben und akut thrombotische Gefässverschlüsse begünstigen. VEGF wirkt nicht nur an Endothelzellen in situ. VEGF mobilisiert CD34+-Zellen und Makrophagen aus dem Knochenmark, und die Autoren spekulieren, ob es wohl Endothelzelloder Makrophagenvorläufer seien, die die Arteriosklerose in diesem Tiermodell beschleunigten. Ein interessanter, neuer Aspekt zur Pathogenese der Arteriosklerose und ein Warnzeichen für monomolekulare Therapieansätze!
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