Rheumatoide Arthritis: Medikamentöse Therapie
Author(s) -
HR Ziswiler,
PM Villiger
Publication year - 2001
Publication title -
swiss medical forum ‒ schweizerisches medizin-forum
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4020
pISSN - 1424-3784
DOI - 10.4414/smf.2001.04051
Subject(s) - medicine
Die traditionelle medikamentöse Therapie basierte auf der sogenannten Behandlungs-Pyramide. Das heisst, zu Beginn wurden nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) zur Verminderung von Schmerzen und Morgensteifigkeit eingesetzt. Erst nach Wochen bis Monaten wurden krankheitsmodifizierende Medikamente (sogenannte Disease-Modifying Antirheumatic Drugs: DMARDs) eingesetzt. Bei Ineffizienz wechselte man nach und nach zu aggressiveren und potentiell toxischeren Medikamenten. Drei Annahmen lagen dem Pyramidenprinzip zugrunde: 1. Die rheumatoide Arthritis ist eine gutartige, nicht lebensbedrohliche Erkrankung. 2. Aspirin und andere NSAIDs sind harmlose Therapien. 3. DMARDs sind zu toxisch für einen routinemässigen frühen Einsatz. In den letzten zehn Jahren wurde die Pyramide auf Grund diverser pathogenetischer und klinischer Erkenntnisse quasi auf den Kopf gestellt. Im wesentlichen kann man wiederum 3 Punkte aufführen: 1. Die rheumatoide Arthritis ist keine gutartige Erkrankung: Bei zu milder Therapie führt sie zu einer progredienten Behinderung und verkürzt die Lebenserwartung. 2. NSAIDs sind nicht harmlos: ihre gastrointestinale Toxizität verursacht beträchtliche Morbidität und Mortalität. 3. Viele DMARDs sind in geübten Händen nicht toxischer als NSAIDs.
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