Erfahrungen mit dem therapeutischen Einsatz von Clozapin
Author(s) -
Marco C.G. Merlo,
F Müller-Spahn,
F Seywert,
Werner Strik,
D Umbricht,
Zürich Forum
Publication year - 2004
Publication title -
schweizer archiv für neurologie und psychiatrie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1661-3686
pISSN - 0258-7661
DOI - 10.4414/sanp.2004.01509
Subject(s) - psychology
Die Entwicklung der Psychopharmakologie vollzog sich in den vergangenen fünfzig Jahren im wesentlichen in zwei Wellen: In den 1950ern und Anfang der 1960er Jahre wurden alle – mit Ausnahme der Nootropika – auch noch heute geltenden Prototypen von Psychopharmaka entwickelt. Die Zeit seit Mitte der 1980er Jahre gilt zu Recht wieder als besonders kreativ und innovativ. Markante Beispiele sind im Bereich der Antipsychotika der neueren Generation Substanzen wie Risperidon (Risperdal®), Olanzapin (Zyprexa®),Amisulprid (Solian®), Quetiapin (Seroquel®), Sertindol (Serdolect®), Ziprasidon (Zeldox®) und Aripiprazol (Abilify®). Das Clozapin (Leponex®) stand meist als Modellsubstanz Pate. Die Beurteilungskriterien für antipsychotisch wirksame Substanzen haben sich in den vergangenen 20 Jahren erheblich verändert: Stand früher ausschliesslich die Besserung der Positivsymptomatik im Mittelpunkt, erwartet man heute von neuen Antipsychotika neben einer günstigen Beeinflussung der produktiv psychotischen Symptomatik vor allem eine Besserung der Negativsymptomatik, affektiver Störungen und kognitiver Dysfunktionen, einen günstigen Effekt auf chronifizierte Verläufe, das weitgehende Fehlen von extrapyramidalmotorischen Störungen und daraus resultierend eine Besserung der Lebensqualität. Clozapin nimmt aufgrund seines speziellen pharmakologischen Wirkprofils und seiner Wirksamkeit, insbesondere bei therapieresistenten Verläufen, nach wie vor eine Sonderstellung ein. Die Überlegenheit von Clozapin über klassische Antipsychotika (z.B.Haloperidol) ist insbesondere für therapieresistente schizophrene Störungen gut dokumentiert [2]). Es gibt jedoch vermehrt Hinweise darauf, dass Clozapin auch bei nicht therapieresistenten schizophrenen Störungen und bei schizoaffektiven und bipolaren Störungen besser wirksam ist [3]. Da in den letzten 10 Jahren eine grosse Vielfalt an neuen Substanzen in der Behandlung psychotischer Störungen eingeführt wurde, ist der Einsatz von Clozapin in Bezug zu diesen zu definieren. Zu den Antipsychotika der neuen beziehungsweise zweiten Generation gehören: Risperidon, Olanzapin, Amisulprid, Quetiapin und Sertindol. Verschiedene andere Antipsychotika stehen vor der Zulassung in der Schweiz (Aripiprazol, Ziprasidon). Clozapin (Firma Novartis) wurde in der Schweiz 1958 entwickelt und ist hier schon seit 1972 eingeführt.
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