Neue Erkenntnisse zum PSA-Test
Author(s) -
Marco Randazzo
Publication year - 2020
Publication title -
schweizerische ärztezeitung
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4004
pISSN - 0036-7486
DOI - 10.4414/saez.2020.18646
Subject(s) - test (biology) , medicine , geology , paleontology
Dass medizinische Leistungen in Haft zum Teil nicht mehr finanziert werden, ist aus verschie denen Gründen besonders problematisch: 1. Viele Inhaftierte sind randständige Perso nen oder kommen aus Ländern mit einem schlechten Gesundheitswesen, so dass ihr Gesundheitszustand schon beim Haftantritt schlecht ist. Sie benötigen ganz besonders eine gute Medizin, auch wenn sie dafür nichts bezahlen können. 2. Haft kann auch bei vorher gesunden Perso nen zu einer Verschlechterung der Gesund heit führen, durch die psychische Belastung infolge von Freiheitsentzug und Verlust von Kontakten zu Personen ausserhalb des Ge fängnisses oder auch, wenn die bei uns üb liche Gesundheitsvorsorge in Bereichen wie Zahnmedizin oder Gynäkologie nicht mehr erfolgen kann. 3. Im Gefängnis kann das Risiko erhöht sein, sich mit Infektionskrankheiten anzustecken. Dazu gehören nicht nur STD wie HIV oder Hepatitis B/C, sondern auch Tuberkulose. Ein trauriges Beispiel dafür, dass auch Perso nen mit überdurchschnittlichen Ressourcen, die ihrer Gesundheit immer Sorge getragen haben, im Gefängnis eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes erleiden können, sind neun katalanische Spitzenpolitiker und Präsidenten von NGOs, die seit über zwei Jahren im Gefängnis sind und zu Strafen zwi schen 9 und 13 Jahren wegen «Aufstand» ver urteilt wurden, weil sie ein Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens ermöglicht haben. Eine der Inhaftierten, die frühere So zial und Arbeitsministerin Dolors Bassa, hat vor kurzem berichtet, dass alle diese Personen seit der Inhaftierung unter Zahnproblemen, Stürzen oder anderen Gesundheitsproblemen leiden, die sie vorher nicht gekannt haben. Eine Person hat sich zudem in der Haft mit Tuber kulose infiziert. Es kann nicht sein, dass besonders verletzli che Personen wie Gefangene keine genügende medizinische Behandlung erhalten oder dass der Staat dieses Problem auf dem Buckel der behandelnden Ärzte löst, die unnötigen admi nistrativen Aufwand leisten müssen oder ris kieren, dass ihre Rechnungen gar nicht oder nur mit grosser Verspätung bezahlt werden.
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