Zeit für dich – Zeit für mich – Zeit für uns
Author(s) -
Hans Kurt,
Fmh-Vertreter Im Zentralkomitee
Publication year - 2018
Publication title -
schweizerische ärztezeitung
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4004
pISSN - 0036-7486
DOI - 10.4414/saez.2018.06519
Subject(s) - philosophy , humanities , art
Die Medizin gleicht mehr und mehr einem Produk tionsprozess. «Je mehr Medizin als Produktionspro zess betrachtet wird, desto mehr werden Aktionismus befördert, das Machen belohnt, das Zuhören bestraft, die Interventionszeit berechnet, die Beratungszeit übersehen, die Steigerung des Durchlaufs zum Wert erhoben und die Behutsamkeit und Sorgfalt als etwas angesehen, was den Betrieb nur aufhält», stellt Prof. Dr. med. Giovanni Maio aus Freiburg i. Br. in einem Artikel der «Synapse» fest. Untersuchungen zu PatientenArztInteraktionen zei gen, dass der einleitende Bericht des Patienten über seine Beschwerden durch den Arzt häufig bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt unterbrochen wird, nämlich nach 10 bis 20 Sekunden, bevor der Patient überhaupt Zeit hat, sein Anliegen so zu schildern, dass er sich verstanden fühlt, und der Arzt überhaupt ver stehen kann, um was es schlussendlich geht. Würden Patienten nicht unterbrochen, würden sie ganze 90 Se kunden sprechen. Sich Zeit nehmen oder eben Zeit ein sparen sind wesentliche Faktoren im Alltag von Kran ken, ihren Angehörigen, Ärzten und Pflegenden. Im Rahmen der Ökonomisierung des Gesundheits wesens, des Primates, dass jede unserer Handlungen und deren Resultate in Zahlen abbildbar sein muss, spielt der Fak tor Zeit eine wesentliche Rolle, lässt sich doch Zeit messen und erfassen. Wir kennen sie, die Worte Zeit erfassung, Zeittarif, Eingriffszeit, Aufenthaltsdauer, Prozessdauer. Und so tickt die Uhr auch in der Medizin schneller und schneller.
Accelerating Research
Robert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom
Address
John Eccles HouseRobert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom