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Aderlass – ein lukratives, unlauteres, aber risikoloses Geschäftsmodell
Author(s) -
Christian Marti
Publication year - 2018
Publication title -
schweizerische ärztezeitung
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4004
pISSN - 0036-7486
DOI - 10.4414/saez.2018.06253
Subject(s) - philosophy
betreffen, einsehen. Dabei ist mir kürzlich die Abrech nung für eine AderlassBehandlung an einer Privatkli nik aufgefallen. Darum habe ich den Patienten, der an einer Eisenspeicherkrankheit leidet, kontaktiert und von ihm erfahren, dass ... – die gesamte Aderlassprozedur kaum je länger als eine halbe Stunde dauert, – der ärztliche Kontakt zwischen dem behandelnden Hämatologieprofessor und dem Patient jeweils eher 5 als 10 Minuten dauert, – die Aderlässe ausnahmslos durch medizinisches Hilfspersonal durchgeführt werden. Den Abrechnungsbelegen dagegen ist zu entnehmen, dass systematisch ... – ein Mehrfaches der Konsultationszeit des Arztes und deutlich längere Überwachungszeiten durch das Fachpersonal verrechnet werden, als sie den Angaben des Patienten entsprechen, – bei jedem Aderlass, d.h. ein bis zweimal pro Monat, mehrere Laborpositionen verrechnet werden, die sich ausnahmslos im Normbereich bewegen und keinerlei Bedeutung für die Behandlung haben, – die Tarifposition «Aderlass durch den Facharzt» verrechnet wird, was nur dann erlaubt ist, wenn dieser durch den Facharzt persönlich durchgeführt wird. Was mir wie Betrug und Mengenausweitung erscheint, rechtfertigt der Kollege schriftlich damit, dass er am Vortag des Aderlasses die Verordnung nochmals über prüfe. Am Tag der Behandlung finde «eine vorberei tende Sitzung mit dem Pflegepersonal» statt, wo «jeder Fall nochmals einzeln diskutiert und die Massnahmen Aderlass ist eine banale, seit Jahrhunderten praktizierte Massnahme – und risikolos bei einem kreislaufgesunden Mann mittleren Alters. TRIBUNE Point de vue 116

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