z-logo
open-access-imgOpen Access
Vor dem Numerus clausus steht der Berufswunsch
Author(s) -
Yvonne Gilli
Publication year - 2017
Publication title -
schweizerische ärztezeitung
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4004
pISSN - 0036-7486
DOI - 10.4414/saez.2017.06140
Subject(s) - numerus clausus , political science , law , property rights , property law
Einmal mehr hat sich das Parlament mit verschiedenen Zulassungskriterien zum Medizinstudium befasst. CVPNationalrätin Ruth Humbel forderte in einer Motion (Mo. 15.3687), dass der Bundesrat eine Alternative zum Numerus clausus prüfe und dabei ein Praktikum als Ersatz oder in Ergänzung zu den Tests der intellektuellen Fähigkeiten einführe. Der Nationalrat hatte die Motion mit gros sem Mehr gutgeheissen. Der neu gewählte Bundesrat und Arzt Ignazio Cassis hatte sich der Stimme enthalten. Aber auch er forderte 2015 eine Überprüfung des Numerus clausus mit Verweis auf das israelische Modell (Po. 15.3967). Gemeinsam befürworteten beide ein Selektionsverfahren, das neben den kognitiven Fähigkeiten auch Sozialkompetenz und emotionale Intelligenz für die Zulassung zum Medizinstudium berücksichtigt. Keine Chance hatte die Forderung in der ständerätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur, welche den Argumenten der Delegierten der Schweizerischen Hochschulkonferenz sowie der Rektorenkonferenz von swissuniversities folgte. Neben föderalistischen Überlegungen führten diese die Kosten von Praktikumsplätzen sowie die Subjektivität der Beurteilungskriterien als Gegenargumente an. Eine schöne, allerdings positiv gefärbte Zusammenfassung des Numerus clausus geben Hänsgen et al. vom Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik an der Universität Freiburg: Für die Einführung in der Schweiz war das ökonomische Kriterium von besonderem Vorteil. Der Test konnte preisgünstig den deutschen TMS wiederverwerten. Eignungsgespräche und Sozialpraktika wurden als zu teuer verworfen. Mit dem Numerus clausus werden diejenigen bevorzugt zum Medizinstudium zugelassen, welche die besten Aussichten haben, das Studium in einer angemessen kurzen Zeit mit guten Leistungen abzuschliessen. Der Test prüft output-orientiert die Studieneignung, nicht outcome-orientiert die Berufseignung. Dem Test unterziehen müssen sich allerdings Menschen mit einem Berufswunsch. Es gibt nicht viele Studien, welche nach der Motivation zur Wahl des Arzt berufes fragen. Wir wissen, dass Studierende der Medizin vor allem soziale Motive («ich will mit Menschen arbeiten», «Menschen helfen») und wissenschaftliches Interesse («intellektuell anspruchsvolle Tätigkeit») als wichtigste Faktoren für ihre Berufswahl anführen. Gleichzeitig fühlen sie sich in ihrer Berufswahl vergleichsweise sicher. Soziodemografisch fällt auf, dass die Eltern überdurchschnittlich häufig eine akademische Bildung haben und oder selbst im Arztberuf tätig sind (Belastungserleben, Albrecht, 2016). Zu Gunsten des Numerus clausus führen Hänsgen et al. an, dass durch eine intrauniversitäre Selektion mittels Prüfung nach dem ersten Studienjahr wegen der hohen Durchfall-

The content you want is available to Zendy users.

Already have an account? Click here to sign in.
Having issues? You can contact us here
Accelerating Research

Address

John Eccles House
Robert Robinson Avenue,
Oxford Science Park, Oxford
OX4 4GP, United Kingdom