Leistungsverlagerungen können zum Problem werden
Author(s) -
Gesundheitspolitik Leiter
Publication year - 2017
Publication title -
schweizerische ärztezeitung
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4004
pISSN - 0036-7486
DOI - 10.4414/saez.2017.05946
Subject(s) - computer science
Die Einführung des Fallpauschalensystems SwissDRG war von grossen Hoffnungen begleitet: mehr Trans parenz im stationären Sektor, stärkerer Wettbewerb unter den Spitälern und gesteigerte Kosteneffizienz. Man war sich aber auch bewusst, dass Letzteres nicht automatisch eintreffen muss. Denn in einem solchen Pauschalsystem werden auch Fehlanreize wie eine Tendenz zur Mengenausweitung (angebotsinduzierte Nachfrage) und ungerechtfertigte Verlagerungen in vor und nachgelagerte Leistungsbereiche gesetzt. Nach fünf Jahren war es Zeit, eine erste Bilanz zu zie hen, fand das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und beauftragte Polynomics und die Abteilung Gesund heitswissenschaften von Helsana mit einer wissen schaftlichen Studie*. Ziel war es, zu analysieren, ob auffällige Mengenentwicklungen bei Leistungen im stationären Bereich zu beobachten sind, die direkt auf die Einführung von SwissDRG zurückgeführt werden können. Es interessierte zudem, ob Verlagerungen von Leistungen aus dem und in den stationären Bereich festgestellt werden können. Die Anreize zur Mengenausweitung sind folgendermas sen zu erklären: • Im Fallpauschalensystem werden die variablen Kosten und die Fixkosten zusammen über die Fall pauschale pro Patientenfall vergütet. Unter solchen Systemvoraussetzungen liefert jeder zusätzliche Patientenfall, der einen positiven Deckungsbeitrag erwirtschaftet, einen Beitrag zur Finanzierung der (fallunabhängigen) Fixkosten. • Das Fallpauschalensystem vergütet jeden Patien tenfall mit einer fixen Pauschale, die unabhängig von den tatsächlichen, spitalindividuellen Kosten ist. Dies verursacht dem Spital finanzielle Risiken, die es vermindern möchte. Eine Strategie kann da bei sein, das Risiko über möglichst viele Patienten fälle zu poolen. Nach dem Gesetz der grossen Zahl können dadurch Verluste durch sehr teure Einzel fälle besser abgefedert werden. Anreize zur Leistungsverlagerung wiederum bestehen aus folgenden Gründen: • Im Fallpauschalensystem wird jeder Fall unabhän gig von seinen tatsächlichen Kosten vergütet. Dies * Download: www.bag. admin.ch/dam/bag/de/ dokumente/ef/evalber kuv/kvgspitalf/2017 leistungsmengenund verlagerungen zusammenfassung.pdf. download.pdf/2017 zusammenfassung verhaltenspitaeler leistungsmengenund verlagerungend.pdf
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