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Ein Award für Weiterbildende – wozu?
Author(s) -
Werner Bauer,
W Hall,
Dem Ehemaligen
Publication year - 2017
Publication title -
schweizerische ärztezeitung
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4004
pISSN - 0036-7486
DOI - 10.4414/saez.2017.05662
Subject(s) - art
Dieses Zitat stammt von W. J. Hall, dem ehemaligen Präsidenten der internationalen Gesellschaft für Innere Medizin. Es bestätigt die enorme Bedeutung der ärzt lichen Bildung für die Qualität eines jeden Gesund heitswesens. Das teaching, so meine Wahrnehmung, hat im angelsächsischen Raum einen sehr hohen Stel lenwert. Ich hoffe, dass auch die meisten Ärztinnen und Ärzte, die hierzulande in der Aus und Weiterbil dung aktiv sind, der Aussage von W. J. Hall mit Über zeugung zustimmen können. Die Aufgabe, Kompetenzen und Begeisterung für den Arztberuf zu vermitteln, wird ihnen heute jedoch nicht leicht gemacht. Es ist müssig, auf die wichtigsten Gründe dafür hinzuweisen. Sie sind bekannt: die öko nomischen und tariflichen Rahmenbedingungen, die Anforderungen an Produktivität und Effizienz, die knappen personellen Ressourcen und die adminis trative Belastung. Gerechterweise müssen nach der positiven Wertung der angelsächsischen Lehr und Lernkultur auch die Bedenken des Royal College of Physicians of Lon don erwähnt werden, mit dem das SIWF im Bereich «Teach the Teachers» intensiv zusammenarbeitet. Was in der Broschüre Being a junior doctor – experiences from the front line steht, hat leider auch Geltung für unsere Lernatmosphäre: «Consultant physicians are struggling to find dedicated time for teaching and training due to increased demands on their time. Ded icated training time is often one of the first things to be sacrificed as clinics become busier and workload in creases.» Noch ist die Qualität der Aus und Weiterbildung in der Schweiz insgesamt gut. Das Wetterleuchten am Bil dungshorizont kann aber nicht übersehen, es kann höchstens verdrängt werden. Auch der Medizin ethiker Giovanni Maio sorgt sich um die ärztliche Bildung [1]: «Durch das Diktat der Zeitökonomie wird eine Ärzte generation ausgebildet, die nur ganz spezifische Fertig keiten erlernt, gleichzeitig aber immer mehr verlernt, komplexe Probleme kreativ zu lösen. Und nichts braucht die Medizin der Zukunft, die zunehmend mit chronisch Kranken und Patienten mit Mehrfacher krankungen zu tun haben wird, dringender als Ärzte, die in der Auseinandersetzung mit der erfahreneren Generation genau diese Bewältigung der Komplexität gelernt haben.» Eine kürzlich publizierte Studie aus Lausanne bestätigt, dass Assistenzärzte täglich nur noch knapp 15 Minuten Zeit für den direkten Kontakt mit den einzelnen Patien ten haben. Obwohl die notwendige Entlastung von administrativen Arbeiten in aller Munde ist, sind im Moment weit herum lediglich Absichtserklärungen zu hören. Die Zahl von Auskunftsbegehren der Kranken kassen nimmt laufend zu: Bei diesen scheint sich ein Status des grundsätzlichen Misstrauens entwickelt zu haben, der sich nur mit unerträglichem bürokrati schem Aufwand «therapieren» lässt!

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