Qualitätskriterien – effektiv und einfach umsetzbar
Author(s) -
Jürg Schlup
Publication year - 2016
Publication title -
schweizerische ärztezeitung
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4004
pISSN - 0036-7486
DOI - 10.4414/saez.2016.05201
Subject(s) - medicine
In gut zwei Jahren läuft die befristete Zulassungsein schränkung für praxisambulant tätige Ärzte und Ärztin nen ab, so dass zurzeit die Diskussion um neue Steue rungsoptionen beginnt. In wenigen Wochen will der Bundesrat einen Bericht mit Antworten zum Postu lat 16.3000 «Alternativen zur heutigen Steuerung der Zulassung von Ärztinnen und Ärzten» vorlegen. Im nächsten Sommer dürfte er dann einen Gesetzes entwurf zur Steuerung von Ärztinnen und Ärzten im praxisambulanten Versorgungssektor in Vernehmlas sung geben. Die drei im Parlament diskutierten Steuerungsvarian ten dürften jedoch mehr Nebenwirkungen als Wir kungen entwickeln. So wird die kantonale Steuerung der Anzahl praxisambulanter Ärzte innerhalb national vorgegebener Ober und Untergrenzen vorge schlagen. Dies würde die kostentreibenden Inter essenkonflikte der spitalambulante Leistungen erbringenden Kantone noch verstärken. Zudem orientieren sich Patienten kaum an Kantonsgren zen, sondern an Versorgungsregionen und urbanen Zentren. Schliesslich ist die Ärztezahl als Messgrösse angesichts neuer Arbeitsmodelle, Teilzeittätigkeit und Elternzeiten heute ungeeignet. Zeitgemäss wären Voll zeitäquivalente. Dazu – wie auch zu vielen anderen Faktoren – fehlen jedoch die unverzichtbaren statisti schen Grundlagen. Auch die zweite Variante mit der Idee regionsspezi fisch differenzierter Vergütungen – quasi einem tari farischen Voralpenzuschlag – geht an der Praxis der Gesundheitsversorgung vorbei. Beispiele von Kantons grenzen, an denen sich mehr Praxen auf der Seite mit dem niedrigeren Taxpunktwert ansiedeln, zeigen, dass wirksame Preisunterschiede mindestens 20% betra gen müssten und folglich teuer wären. Zudem müss ten diese Preise langfristig stabil bleiben, um den In vestitionszyklen für Arztpraxen zu entsprechen, sonst würde sich die Versorgung im ländlichen Raum trotz Zuschlägen nicht verbessern, die Kosten aber würden sich erhöhen. Die dritte Variante – eine Lockerung des Vertrags zwangs – zeugt mehr vom Einfluss der Krankenkas senverbände als vom Ziel einer hochwertigen praxis ambulanten Versorgung: Die freie Arztwahl würde obligatorisch eingeschränkt; die Kostenkriterien der Kassen würden die ArztPatientBeziehung belasten und Umgehungsbewegungen auf nicht vertragsbetrof fene Spitalsektoren auslösen. Unser Vorschlag fokussiert darum auf vier wirksame, einfach umsetzbare, kumulativ und landesweit zu er füllende Qualitätskriterien. Mit diesen Kriterien kann nicht nur eine Reduktion der Zulassungen in qualitativ wünschenswerter Weise, sondern auch eine bedarfs gerechte Verteilung der ärztlichen Fachdisziplinen erreicht werden: – Nachweis einer mindestens dreijährigen fachspezi fischen ärztlichen Tätigkeit in der für die Zulassung beantragten Fachdisziplin an einer anerkannten
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