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Wie lässt sich die ärztliche Versorgung bewerten?
Author(s) -
Valérie Gloor,
Christian Ambord,
Monique Hagen,
Luc Fornerod,
Arnaud Chioléro
Publication year - 2016
Publication title -
schweizerische ärztezeitung
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4004
pISSN - 0036-7486
DOI - 10.4414/saez.2016.04437
Subject(s) - political science , gynecology , medicine
Zur Evaluation der ärztlichen Versorgung werden oftmals die absolute Ärztezahl und die Ärztedichte verwendet. Die Zahl der berufstätigen Ärzte hat in der Schweiz in den letzten 20 Jahren stark zugenommen: laut Statistiken der FMH von 20 030 im Jahr 1990 auf 34 348 im Jahr 2014 [1]. In derselben Zeitspanne hat die Ärztedichte von 3,0 auf 4,1 Ärzte pro 1000 Einwohner zugenommen. Diese Ärztedichte unterscheidet sich jedoch stark von Kanton zu Kanton. Im Jahr 2014 gab es im Kanton Zürich beispielsweise 4,9 Ärzte pro 1000 Einwohner, in der Waadt 4,6 und im Kanton Freiburg 2,6. Mit 2,8 Ärzten pro 1000 Einwohner weist das Wallis eine relativ geringe Ärztedichte auf. Für eine Einschätzung der ärztlichen Versorgung reicht es jedoch ganz klar nicht aus, die Ärztezahl mit der Bevölkerungszahl ins Verhältnis zu setzen [2–5]. Angesichts der Faktoren, welche die Entwicklung des Versorgungsbedarfs bestimmen, müssen nämlich auch die Veränderungen auf demographischer Ebene und in Bezug auf die Ausübung des Ärzteberufs berücksichtigt werden. Die Alterung der niedergelassenen Ärzte, die Reduzierung des Arbeitspensums und die zunehmende Anzahl Frauen im Arztberuf sowie die sinkende Attraktivität des Hausarztberufs (Grundversorger) sind allesamt Faktoren, die zu berücksichtigen sind, wenn man die Entwicklung der ärztlichen Versorgung nachvollziehen will. Ausserdem sind die in der Schweiz berufstätigen Ärzte relativ alt, was bedeutet, dass kurzoder mittelfristig viele von ihnen ihr Arbeitspensum verringern oder ihre Tätigkeit niederlegen werden. Diese Veränderungen lassen befürchten, dass es schwierig sein wird, die ärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten [2, 3]. Diese Schwierigkeit widerspiegelt sich bereits im zunehmenden Rückgriff auf im Ausland ausgebildete Ärzte (im Jahr 2014 gemäss FMH 30,5% der Ärzte [1]). Zusätzlich zu den Besonderheiten im Zusammenhang mit der Organisation des lokalen Gesundheitssystems und der saisonbedingten Schwankungen des Versorgungsbedarfs (z.B. im Zusammenhang mit dem Tourismus) muss daher unbedingt das Arbeitspensum der Ärzte berücksichtigt werden, um die ärztliche Versorgung korrekt zu evaluieren. Beispielsweise wird die ärztliche Versorgung in einer gegebenen Region sehr unterschiedlich ausfallen, ob die Ärzte nun sechs Tage die Woche oder ob dieselbe Anzahl Ärzte bloss drei Tage arbeiten. Da die Ärzte dazu tendieren, ihr Arbeits pensum zu reduzieren [6], kann eine Zunahme der Ärztezahl mit einer gleichbleibenden oder sogar abnehmenden effektiven ärztlichen Versorgung einhergehen. Obschon die FMH Statistiken über sämtliche Ärzte in der Schweiz, die FMH-Mitglieder sind, erstellt, geben diese nur teilweise Auskunft über das Arbeitspensum und machen keinerlei Aussagen zu geplanten Änderungen der Tätigkeit. Um dem Bedarf einen Schritt voraus zu sein und geeignete Massnahmen zu ergreifen, ist es wichtig, die Situation auf Ebene der einzelnen Kantone – und sogar auf Ebene der Regionen – genau zu evaluieren. Verfügt man nämlich über abschliessende Daten zu allen Ärzten, kann man die oftmals lokalen Probleme, welche Massnahmen auf regionaler bzw. kommunaler Ebene erforderlich machen, nachvollziehen. Im Wallis hat das Gesundheitsdepartement eine Expertenkommission «Ambulante Pflege und Grundversorgung» ernannt, um die Situation der ärztlichen Grundversorgung zu analysieren und der öffentlichen Hand diesbezügliche Empfehlungen abzugeben [7, 8]. Hierzu benötigte die Kommission Informationen über die Tätigkeit der Ärzte. Infolge der verschiedenen Änderungen der Reglementierung über die Einschränkung der Zulassung von Leistungserbringern zur Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung [5] ist es für die Walliser Dienststelle für Gesundheitswesen (DGW) unentbehrlich geworden, über qualitativ hochstehende und umfassende Informationen über die Tätigkeit der Ärzte zu verfügen. Eine gute Zusammenarbeit mit der Walliser Ärztegesellschaft (VSÄG) wurde als grundlegend erachtet, weshalb diese eng in die Überlegungen miteinbezogen wurde. Das Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO) wurde beauftragt, in enger Zusammenarbeit mit der DGW und der VSÄG eine Umfrage zur Tätigkeit der Ärzte durchzuführen, deren Ergebnisse nachstehend aufgezeigt werden. Die Literatur findet sich unter www.saez.ch → Aktuelle Ausgabe oder → Archiv → 2016 → 12–13. WEITERE ORGANISATIONEN UND INSTITUTIONEN WGO 456

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