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Christliche Ethik ist aus philosophischer Sicht unhaltbar
Author(s) -
Niklaus Gaschen
Publication year - 2015
Publication title -
schweizerische ärztezeitung
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4004
pISSN - 0036-7486
DOI - 10.4414/saez.2015.03802
Subject(s) - philosophy , political science
Zum Artikel «Die Reproduktionsmedizin in der Schweiz» [1] Die beiden Verfasser dieses Artikels outen sich klar als Angehörige der VKAS, der Ver einigung Katholischer Ärzte der Schweiz. Ihre Stellungnahme zur Ethik des vorembryona len und embryonalen Menschen basiert ein deutig auf der christlichkatholischen Ethik und diese wiederum auf der Fiktion einer real existierenden und aktiven, Lebenwollenden, Menschenwollenden und Menschenschaf fenden Gottheit. Insofern ist es verwirrend, wenn sich die Autoren ausdrücklich auf den Philosophen Kant abzustützen und sich mit diesem abzu sichern versuchen, denn auch dessen philo sophischethisches Postulat wäre unhaltbar, sofern es sich philosophisch noch immer auf christliche Vorstellungen beziehen sollte, was durchaus denkbar ist. Immanuel Kant hat sich bekanntlich mit Gott und der Gottesidee schwer getan, nachdem er ihn weder beweisen noch ausschliessen konnte. Gerade deshalb ist die Kant’sche Ethik meines Erachtens mit gebührender Vorsicht zu geniessen, jedenfalls im Bereich der Em bryoEthik. Für eine jede sich wissenschaftlich (das heisst hier: unreligiös) verstehende Philosophie muss religiöse Ethik heute automatisch unhaltbar sein, selbst wenn sie noch so schön und glaub würdig, noch so humanitär und noch so christlich daherkommt, wie gerade im zitier ten Beitrag. Sie krankt und fällt unvermeidbar an ihrer Grundlage.

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