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Bessere Qualität dank Critical Incident Reporting Systemen? Eine Frage der Kultur?
Author(s) -
Standpunkt Ribüne,
Philipp Schneider,
Annette Egger,
Rebekka Kurz
Publication year - 2013
Publication title -
schweizerische ärztezeitung
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1424-4004
pISSN - 0036-7486
DOI - 10.4414/saez.2013.01720
Subject(s) - psychology
Hintergrund/Ausgangslage Bereits im und nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte die Luftwaffe der amerikanischen Armee mittels ausführlichen Rapportierens herauszufinden, welche Faktoren und Verhalten für erfolgreiche oder nicht erfolgreiche Aufträge entscheidend waren. Das kontinuierliche Monitoring von Critical Incidents (kritischen Zwischenfällen) wurde seither in der Luftfahrt konsequent unter dem Begriff Aviation Safety Reporting System [1]* weiterentwickelt. Im CIRS werden dabei sowohl kritische Ereignisse, BeinaheFehler, Fehler und Qualitätsmängel erfasst, analysiert und bearbeitet. Ab den 80er Jahren begann auch in der Medizin eine vertiefte und konsequente Auseinandersetzung mit Fehlermeldungen und Meldungen zu kritischen Zwischenfällen. In der Schweiz führte das Kantonsspital Basel 1996 ein CIRS ein, um damit die Patientensicherheit und die Qualität der Leistungserbringung zu verbessern. Federführend waren dabei Vertreter der Anästhesie, welche die Systeme entwickelten oder adaptierten [2]. Ziel der Meldungen war – analog zur Luftfahrt – Verhalten und Faktoren, die zu Fehlern führen oder fehlerbegünstigend sind, zu erfassen und zu verstehen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wurden in den kontinuierlichen Verbesserungsprozesses integriert. Gemäss einer Studie der ETH Zürich 2012 [3] hat die Mehrheit der Schweizer Spitäler ein CIRS eingeführt, womit dieses Instrument einer grossen Anzahl der Mitarbeitenden zur Verfügung steht. Es ist heute allgemein anerkannt, dass die Zahl vermeidbarer Behandlungszwischenfälle mit Todesfolge in Spitälern durch ein CIRS gesenkt werden kann. Dass weiterhin Verbesserungspotential vorhanden ist, zeigt Abbildung 1. In den Spitälern der Schweiz sterben je nach Schätzung immer noch jährlich etwa 1000 Personen wegen vermeidbaren Behandlungszwischenfällen (Preventable Adverse Events PAE), deutlich weniger kommen durch Grippe, Aids oder Verkehrsunfälle ums Leben. Andere Quellen gehen von geschätzten 1000 bis 2000 oder sogar 3000 Toten pro Jahr aus. Philipp Schneider a, Annette Egger b, Rebekka Kurz a

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